:;i seiner Meinen Soziologie des englischen All- <gs schrieb der Autor in der letzten Nummer ber die Rolle, die die Erziehung und die darch geschaffene "Sprachgrenze" im englischen l sellschaftsleben spielt. In der heutigen AusI >e beschreibt er, welche große Bedeutung der l uf und was für eine geringe Bedeutung das h i für die soziale Wertschätzung des Eng ers hat.

Beruf als einem zweiten klassenbildenden 1 tor — neben der Erziehung — zu sprechen, pleonastische Zeitvergeudung erscheinen. enn jemand eine sozial bevorzugte Ergenossen hat, dann wird er wohl auch einen end sozial bevorzugten Beruf ausüben — v man meinen. Aber wieviel weniger Sorgen n sich Eltern um die Zukunft ihrer Kinder o aen, wenn das immer so wäre! Englische > machen sich jedoch sehr viele Sorgen, und ganz ohne Grund.

ließen sich Arbeiterjungen finden, die in die kratie oder doch bis zur Türschwelle der f kratie aufgestiegen sind — Len Hutton zum iel, Mannschaftsführer der englischen Krickeoder Sir Gordon Richards, der Champion<jy. Es ließen sich andererseits auch verbummelte deuten finden, die als Hilfsarbeiter ein kärges Dasein fristen. Das sind jedoch Ausnahmefe, wie sie in anderen Ländern viel häufiger anteffen sind. Aber es gibt Hofräte und Richter er Majestät, Männer also, die in einem Rechtsat von englischem Format an der Spitze der Bevaristokratie stehen und doch nie eine Universit besucht haben; und es gibt Gelehrte, die E ton l Christ Church Oxford (die "richtigen" Ernungsstätten) mit höchsten akademischen Ehren sölviert haben und dann etwa als Dozenten an er Provinzuniversität ein vielleicht sehr beschauxes, sicher ein höchst respektables, aber gewiß it ein sozial sonderlich hoch bewertetes Leben hren.

Das ist überhaupt ein recht interessanter Unterlied zwischen England und Deutschland: wieviel :driger dort Dozenten und auch Professoren — n ein paar Kapazitäten in Oxford und Cambridge ( eschen — in der sozialen Rangskala eingestuft den, wieviel höher andererseits zumindest eine e der Gymnasiallehrer. Auf die Frage etwa, wer englischen Erziehungswesen — Schulen, Univeräten und selbst das Erziehungsministerium mitnt seinem Minister einbegriffen — die geselllaftlich höchste Stellung einnimmt, könnte man türlich sehr viele verschiedene Antworten hören. i habe die Frage oft gestellt und halte es danach r sehr wahrscheinlich, daß die meisten Stimmen it der Kultusminister und nicht der Rektor einer liversität auf sich vereinigen würde, sondern bert Birley, der Headmaster von Eton. Aber ch E. J. F. James, der Leiter einer "ganz gewöhnhen" Grammar School in Manchester, wäre hoch en auf dieser fiktiven Wahlliste zu finden. Was also bestimmt die soziale Bewertung der rschiedenen Berufsgruppen, die sooft den Ausilag gibt für die gesellschaftliche Einstufung überupt? Wenn man das berühmte Körnchen Salz, ssen jede Verallgemeinerung bedarf, um genießc zu werden, freundlich zu gewähren bereit ist, nn gibt es auf diese komplizierte Frage eine sehr tfache Antwort: Ein Beruf wird gesellschaftlich i so höher bewertet, je mehr Freiheit und Unabigigkeit er dem läßt, der ihn ausübt. Vielleicht ite man, um die Unterscheidungen deutlicher ;rden zu lassen, auf eine negative Konsequenz 2ser Definition hinweisen: Das Klassenniveau les Berufs steigt keineswegs mit steigendem Einmmen.

Die Londoner Berufsaristokratie trifft sich itn icketstadion von "Lords" und genießt dort unter derem das Privileg, Ale trinken zu können, wähid über das ganze übrige England die alkoholiic Sperrstunde verhängt ist. Nun wäre es ein untrer Angriff gegen einen geheiligten englischen ythos, die Zauberkraft des Kricket — des Spieles, s das Commonwealth verbindet — bösartig auf i Oberklassen beschränken zu wollen. Es hieße A blind sein für die wahren Volksfeste, die an lern Wochenende auf Tausenden englischer Dorf>en dem Kricketspiel gewidmet sind (und die Jichtengländer, betroffen über sein mangelndes ihlungsvermögen, als organisierte Langeweile indet). Aber bei den großen Kricketmatches, sie im Stadion von Lords" abrollen, ist das ja irs: sie finden an vier aufeinanderfolgenden Etagen statt. Und da zeigt sich nun eben, wer , ch leisten kann, an einem ganz unheiligen, zu sigem Broterwerb bestimmten Donnerstag den trieb Betrieb sein zu lassen und in aller Ruhe h St. Johns Wood zu pilgern, wo das große doner Stadion liegt. Da treffen sich Gutssitzer und selbständige Kaufleute, Theologen Rechtsanwälte, Politiker und Journalisten, ein Beamte mit verständnisvollen Vorgesetzten ein paar Angestellte, die gar nicht so krank hen, wie man es nach der offiziellen Entschul Dg, die statt ihrer ins Büro gegangen ist, veren müßte.

)er angesehenste Beruf wäre es demnath, übeript keinen Beruf zu haben. Das kommt in dem spekt zum Ausdruck, mit dem einem auf die und unhöfliche Frage "Wovon lebt der Mr. X eigentlich?" versichert wird: Er ist finanziell unabhängig — hes got private means. Nun wird freilich eine so weit gehende finanzielle Unabhängigkeit auch iti England immer seltener, obwohl es dort im gehobenen Mittelstand durchaus noch zum guten Ton gehört, über ein paar Erbtanten, ein bißchen Grundbesitz und ein paar möglichst wertbeständig angelegte Aktien zu verfügen. Auch gibt ies ein Berufsethos, dem die besonders in letzter Zeit propagandistisch belebte Vorstellung zuzurechnen ist, der Staat habe ein Recht auf die Arbeitsleistung des einzelnen — "jedermann muß nach Kräften an seinem Ruder ziehen", wie es in der im Englischen so beliebten Sportmetaphorik lautet. Es geht in gerader Linie zurück auf die Devise, die sich ein blühender Mittelstand im viktorianischen England zu eigen machte: "Produktion zur höchsten Ehre Gottes Da also vom Finanziellen her kaum jemand mehr ohne Beruf leben kann und vom Ethischen her gesehen niemand mehr ohne Beruf leben sollte, gebührt die Spitze der Berufsaristokratie den Professions. Das klingt ziemlich unsinnig, wenn man Profession in einem kleinen Lexikon nachschlägt und dort als angebliches deutsches Äquivalent "Beruf" findet. Allerdings hat der Begriff Profession in den letzten Jahrzehnten immer weitere Bedeutungen angenommen und umfaßt heute schon beinahe alles, was nichts mit Geschäft zu tun hat und nicht vorwiegend mit daß Händen gemacht wird. Im ursprünglichen engeren und auch heute vor allem gesellschaftlich noch gültigen Sinne gehören zu den Professions nur: Pfarrer, Offiziere, Juristen, Ärzte (und von diesen eigentlich nur die praktischen Ärzte und Spezialisten; Chirurgen und Apotheker sind gesellschaftlich noch durch ihre Herkunft von Barbieren und Kräuterhexen belastet). Charakteristisch für den Professional man ist es, daß er kein Gehalt bezieht. Er lebt von "Honoraren", "Stipendien", Gebühren", die sich schon rein äußerlich von einem Gehalt dadurch unterscheiden, daß sie nicht in gewöhnlichen Pfund, sondern in altehrwürdigen Guineen berechnet werden (l Pfund == 20 Schilling; l Guinee = 21 Schilling) — als ob die Mathematik der englischen Währung nicht ohnehin kompliziert genug wäre! Ein vor Gericht plädierender Anwalt (barrister) darf zum Beispiel auch niemals bestimmte finanzielle Forderungen stellen und muß sich von allen Honorarverhandlungen fernhalten — so verlangt es das Gesetz der Berufsetikette. Oder ein anderes Beispiel: Als im Juli 1948 das Nationale Gesundheitsgesetz in Kraft trat, da fürchteten die Ärzte nicht so sehr Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage, wie ein Abgleiten auf der sozialen Rangleiter, da für sie ja nun doch eine Art Beamtengehalt an die Stelle der freien Honorare treten sollte. Diese Befürchtungen nvaren, soweit man das jetzt schon beurteilen kann, nicht unberechtigt.

Verfolgen wir die gesellschaftliche Einschätzung der Berufe in großen Schritten nach unten, so stoßen wir als nächstes auf die "Gehaltsempfänger", die heute überwiegend in Beamtenstellungen sitzen. Neben, über, unter ihnen treffen wir dann auf die amorphe Gruppe der Business men — einen Beruf, der so unzureichend definiert ist, daß für die soziale Stellung der Ausübenden andere Faktoren herangezogen werden müssen (oft genügt allerdings auch der Name der Firma). Dem Heer der kleineren Beamten und der Angestellten, die man in England bezeichnenderweise danach einteilen kann, ob von ihnen das Tragen eines schwarzen Rockes oder eines weißen Kragens erwartet wird, folgt endlich die andere Hälfte der Nation: die Arbeiter oder, wie man heute lieber sagt, die "Lohnempfänger" — auch sie wieder streng hierarchisch gegliedert nach ungelernten, angelernten, Fach- und Vorarbeitern, aber außerdem nach den verschiedenen Industrien, unter denen wiederum die Drucker als die Aristokraten des Arbeiterstandes die ängstlich gehütete Spitzenstellung einnehmen.