e. k., München

Der Alkoholschmuggel von Österreich nach Deutschland ist offenbar ein einträgliches Geschäft. Der Sprit, der in Österreich keiner Steuer unterliegt, wurde größtenteils in sowjetischen USIA-Läden für 2,50 bis 3,– DM pro Liter gekauft und für 9,– bis 10,– DM an bayerische Interessenten veräußert, die für den deutschen Monopolsprit 13,– DM bezahlen mußten.

Nach einem vor kurzem von der Münchener Zollfahndung veröffentlichten Bericht wurden in den letzten Jahren mindestens 80 000 Liter geschmuggelt. So engagierte ein Salzburger DP (Displaced Person) Mitglieder eines österreichischen Athletenklubs, die für ihn in mehreren Grenzgängen 2000 Liter Sprit nach Deutschland brachten. Ein gleichfalls von diesem DP geworbener Berufskraftfahrer übernahm die Ware an der Grenze und brachte sie nach München. Während die Träger, der Kraftfahrer und der Münchener Empfänger festgenommen wurden, gelang es dem Ausländer nach Sicherstellung seines Gewinnes zu verschwinden.

4000 Kisten mit Spritkanistern wurden auf einem Lkw des amerikanischen Heeres beschlagnahmt. Die Kisten trugen die Aufschrift explosives. Der "Munitionstransport" auf der Autobahn von Salzburg nach München wurde mit den vorgeschriebenen roten Warnlichtern und einem Begleitwagen vorschriftsmäßig durchgeführt. Die Auftraggeber waren Salzburger DPs (Displaced Persons). Acht am Munitionstransport beteiligte amerikanische Soldaten erhielten hohe Freiheitsstrafen.