Auf dem schönen Gelände der Sportschule von Magglingen (Schweiz) wurde unlängst die 6, Weltmeisterschaft im modernen Fünfkampf ausgetragen. Er dürfte wohl der interessanteste und schwierigste Wettbewerb des ganzen olympischen Programms sein, der im Gegensatz zu den meisten anderen Sportarten ein umfangreiches Können auf den verschiedensten Gebieten erfordert. Er setzt sich aus Übungen im Reiten, Fechten, Schießen, Schwimmen und Geländelauf zusammen, soll das moderne Gegenstück zu dem Pentathlon der alten Griechen sein, und sein Schöpfer, der Baron de Coubertin, nannte ihn "das Sakrament des vollendeten Sportlers". Ihm schwebte bei diesem Kampf das Bild eines Meldereiters vor, der bei der Überbringung einer Botschaft auf den Feind stößt, sofort seinen Säbel zieht, dann zur Pistole greift, um danach, nach Verlust seines Pferdes, durch einen Fluß zu sch wimrnen und nun im Laufschritt seine Meldung zum Ziele zu bringen.

Zum ersten Male trafen sich in dieser Sportart die Wettkämpfer, allerdings außerhalb des offiziellen Programms, bei den Olympischen Spielen von 1912 in Stockholm. Damals wie bei allen folgenden Weltspielen blieben die Schweden Sieger, mit Ausnahme des Jahres 1936, in dem der Deutsche Handrick zu Berlin gewann. Nun aber scheint es mit der schwedischen Vorherrschaft auch in dieser Sportart vorbei zu sein, denn in Magglingen siegte in eindrucksvoller Weise der Russe Saljnikow, und die Mannschaftswertung sah (trotz der Nichtteilnahme ihres früheren Weltmeisters Benedek) die Ungarn an der Spitze. Unsere deutschen Vertreter endeten weit hinten im geschlagenen Felde: es waren die Hamburger Polizisten Harder und Plüm und der Berliner Student Wieck. Wenn sich schon die äußerst kampferfahrenen und mit allen Mitteln reichlich versehenen Schweden und Schweizer geschlagen bekennen mußten, wer will dann unseren Männern einen Vorwurf aus ihrem Versagen machen? Mit einer Niederlage, besonders bei den kommenden Olympischen Spielen in Melbourne, werden künftig auch alle anderen "westlichen" Fünfkämpfer rechnen müssen. Denn welches Land wird seinen Soldatenathleten wohl die großzügige Förderung angedeihen lassen können und wollen, die bei den Ostblockstaaten gang und gäbe ist? Der Erfolg der Russen ist allein auf das harte und ausgedehnte Training zurückzuführen, dem sie unterworfen sind. Der Sieger Saljnikow soll täglich in vier verschiedenen Disziplinen üben. Wieviel Zeit muß er also für seinen Sport haben, und wie große Mittel mögen ihm wohl zur Verfügung gestellt werden? Der deutsche Ausschuß für den modernen Fünfkampf erfährt keine nennenswerte Unterstützung von dritter Seite. Um so erfreulicher ist es, zu hören, daß unsere Fünfkämpfer und ihre Betreuer