Eine gute Prognose für die wirtschaftliche Weiterentwicklung von Handel und Industrie gab das Vorstandsmitglied der Bankverein Westdeutschland AG, Düsseldorf, Dr. Hanns Deuß, auf der aoHV des Instituts, die einstimmig die Erhöhung des Grundkapitals von 40 um 20 auf 60 Mill. DM zu den bekannten Bedingungen genehmigte, über die Lage des Instituts war zu hören, daß nach der jetzigen Kapitalerhöhung das Verhältnis zwischen haftenden Mitteln und den Gesamtverpflichtungen 4,6:100 ist, gegen 3,3:100 bisher. Zwar sei damit die Relation der alten Commerzbank mit 6,2:. 100 noch nicht erreicht, aber bereits eine wesentliche Verbesserung eingetreten. In den drei Geschäftsjahren 1952 bis 1954 hat sich die Bilanzsumme mehr als verdoppelt. Das Kreditgeschäft hat im laufenden Jahr neue Anforderungen gestellt. Dabei geht der Umfang der längerfristigen Kredite langsam zurück, eine Folge der schon bisher durchgeführten umfangreichen Wertpapieremissionen bei den industriellen Aktiengesellschaften. Der Geldmarkt zeigt zwar eine Verknappung; sie sei aber zu bewältigen, sagt das Institut. Die Aktienmärkte ständen im Zeichen großer Umsätze. Die Rückschläge der letzten Wochen wären Auswirkungen verstärkter ausländischer Verkäufe deutscher Wertpapiere. Es liege aber kein. Anlaß vor, so meinte Dr. Deuß, die weitere Entwicklung der Aktienkurse pessimistisch zu beurteilen.

Bezüglich Wiedervereinigung der Großbanken und insbesondere der Commerzbank war zu hören, daß die Commerzbank nicht den Weg einer vorläufigen Gewinnpoolung nach dem Modell Deutsche Bank beschreiten wird. Man hofft, daß das Großbankengesetz sobald wie möglich aufgehoben oder abgeändert werden kann, wenn die Bundesrepublik im nächsten Jahr in dieser Hinsicht frei in ihren Entschlüssen sein wird. Zwischenlösungen will man vermeiden. -lt