Baumwolle: Am New Yorker Baumwollmarkt zogen die Notierungen auf gute Nachfrage des Handels und Deckungen der Baissiers in den vorderen Sichten an. In den späteren Terminen traten dagegen Verluste ein. Einen Einfluß übte auch der feste Trend am Baumwolltextilmarkt aus. Obwohl von privater Seite verschiedene Ernteschätzungen bekanntgegeben wurden, die z. T. beträchtlich über der letzten amtlichen Schätzung lagen, ging hiervon kein abschwächender Einfluß auf den Markt aus, da die Ansicht vertreten wurde, daß die stärkere Inanspruchnahme der Beleihungsmöglichkeiten einen Ausgleich für die höhere Ernte darstelle. Immerhin deuten die relativ hohen privaten Ernteschätzungen, die zwischen 13,873 Mill. Ballen und 15,213 Mill. Ballen schwanken, daraufhin, daß die in der nächsten Woche erwartete amtliche November-Schätzung gegenüber der Oktoberschätzung höher lauten dürfte.

Keutschuk : Wenn sich auch am letzten Tag der Berichtswoche insbesondere in New York eine Preisfestigung durchsetzte, neigte dennoch die Preistendenz ziemlich stark zur Schwäche, wozu Liquidationen auf den wichtigsten Märkten beitrugen. So erwartet man eine freizügigere indonesische Ausfuhrpolitik, außerdem wird eine stärkere Verwendung des Synthesekautschuks befürchtet. Die in private Hände übergegangenen Synthesekautschukwerke in den USA steigern laufend ihre Erzeugung. In den USA ist ein Synthesekautschuk entwickelt worden, der in seinem molekularen Aufbau dem Naturkautschuk entsprechen soll und dadurch in der Lage ist, auf vielen Anwendungsgebieten Naturkautschuk vollwertig zu ersetzen.

Zucker: Bei sehr ruhiger Umsatztätigkeit traten beim Weltkontrakt Nr. 4 leichte Ermäßigungen ein, hinzu kam, daß sich die Loconotierung gegen Wochenschluß auf 3,23 z/lb verringerte. Die US-Regierung beabsichtigt, 100 000 t Zucker aus der Inlanderzeugung zu kaufen, um diesen Zucker zur Bedarfsdeckung im Rahmen der Auslandshilfsprogramme zu verwerten. Die Vertreter der US-amerikanischen Zuckerindustrie haben vorgeschlagen, die US-Inlandsverbrauchsquote für 1956 gegenüber 1955 um 04 Mill. t auf insgesamt 8,875 Mill. t zu erhöhen, mit der Begründung, daß die gegenwärtigen Zuckerpreise in den USA für den Verbraucher zu hoch seien.

Kaffee: Während der Berichtswoche war die Allgeme ntendenz am New Yorker Kaffeemarkt uneinheitlich, denn die späteren Sichten wurden teilweise nicht von der rückläufigen Preisentwicklung betroffen. Eine Abgabeneigung wurde am New Yorker Markt dadurch ausgelöst, daß der President des brasilianischen Kaffeeinstituts eine frühere Meldung dementierte, nach der die Wiederaufnahme der Käufe durch das Institut angekündigt worden war. Die ungeklärte Lage hinsichtlich der brasilianischen Devisenreform beeinflußt nach wie vor den Kaffeemarkt. Während Brasilkaffee zur Schwäche neigte, hatten Kolumbia-Kaffees eine anziehende Tendenz, so daß sich die Preisspanne zwischen diesen beiden Provenienzen erneut erweiterte.