Den Beschluß, den Bundesgrenzschutz in die Wehrmacht überzuführen, kann man als einen Beweis für die Schwierigkeiten ansehen, in die der Bundesverteidigungsminister Blank geraten ist. Blank wollte ursprünglich von einer geschlossenen Übernahme des Grenzschutzes nichts wissen, sondern nur einzelne Männer übernehmen. Inzwischen ist er mit seiner Kaderarmee nicht weitergekommen. Dagegen ist der Bundesgrenzschutz schon heute eine Armee von 20 000 gut ausgesuchten und ausgebildeten Männern, vorzüglich geeignet, den Grundstock der Wehrmacht abzugeben. Allerdings muß man sich fragen, ob es nicht aus innen- und außenpolitischen Gründen weit klüger gewesen wäre, den Bundesgrenzschutz zunächst einmal auf die bereits beschlossene Stärke von 30 000 Mann zu bringen. Was jetzt geschieht, bedeutet nicht vermehrte, sondern verminderte Sicherheit.

Denn wenn das Kabinett dem Beschluß des Bundesverteidigungsrates zustimmt, wird es zunächst weder eine Wehrmacht noch einen Grenzschutz geben. Die Bundesregierung kann sich dann, wenn eine Gefahr auftritt, nur die Polizeikräfte der Länder unterstellen, um sie abzuwehren. Man sollte daher erwägen, den verbleibenden Teil des Grenzschutzes von neuem aufzustocken, um so den Kern einer neuen Polizeitruppe zu gewinnen. A