Wie erwartet, hat der Zentralbankrat der Bank deutscher Länder auf seiner letzten turnusmäßigen Sitzung keine kreditpolitischen Beschlüsse von Bedeutung gefaßt, nachdem die Rede von Geheimrat Dr. Vocke vor dem Übersee-Club in Hamburg in Kreisen der Wirtschaft bereits als eine Absage an kreditpolitische Sofortmaßnahmen gewertet worden war. Die Chance für die westdeutsche Wirtschaft, aus eigener Initiative ohne verschärfte Restriktionen seitens der Notenbank ihre Probleme zu lösen, besteht also vorläufig weiter.

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Vor Jahresschluß empfiehlt sich die Ausnutzung möglicher Steuervergünstigungen, vor allem der Höchstbeträge für Sonderausgaben. Unter die Sonderausgaben fallen u. a. Zahlungen an Bausparkassen, Versicherungen, Sparkassen. Falls Sonderausgaben bereits voll ausgenutzt sind, können für Zahlungen auf Bausparverträge Wohnungsbauprämien von 25 bis 35 v. H. bis zu 400 DM jährlich beansprucht werden. Anschaffungen geringwertiger Wirtschaftsgüter (bis zu 600 DM) können sofort über Unkosten verbucht werden. Dabei sind Steuersparnisse bis zu 50 v. H. der Anschaffungskosten erzielbar.

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Staatssekretär Sonnemann vom Bundesernährungsministerium wies – im Informationsdienst seines Ministeriums darauf hin, daß die Öffnung der Grenzen für die Einfuhr von Kartoffeln, Gemüse und Obst wirkungslos bleiben werde, da die Importländer nicht billiger liefern könnten als die deutsche Landwirtschaft. Holländische Kartoffeln kosten frei Grenze 5 bis 6 DM, belgische und französische Ware etwa 6 bis 7 DM. Dazu komme ein Zoll von 20 v. H. und Handelsaufschläge von durchschnittlich 4 DM. Ausländische Kartoffeln würden also auch auf etwa 11,20 DM kommen und mithin keine Marktentlastung herbeiführen.

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Die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung weist darauf hin, daß trotz der wachsenden Expansion im westdeutschen Bergbau es nicht gelungen sei, das Arbeitnehmerpotential zu erhöhen. Nach Mitteilung der Bundesanstalt wird es immer schwieriger, Arbeitskräfte für den Bergbau zu gewinnen, da eine Beschäftigung im Baugewerbe oder in der Industrie vorgezogen wird. Im Sommerhalbjahr konnten zwar 40 000 Arbeitskräfte allein in den Steinkohlenbergbau vermittelt werden. Fast die gleiche Zahl ist aber aus dem Bergbau abgewandert.