Dd., Friedberg

Eine starke Wildschweinrotte aus dem Taunus, die im Gegensatz zu ihren weniger glücklichen Artgenossen noch nichts von dem statistisch festgestellten Rückgang der Wildschweinplage gemerkt hat, suchte in den letzten Wochen wiederholt die Gemarkung von Bodenrod im Kreis Friedberg heim. Vergeblich versuchten die Landwirte, neuartige Bekämpfungsmittel anzuwenden. Zunächst ließen sie über eine Lautsprecheranlage schmissige Militärmärsche auf ihren Feldern erschallen. Das Schwarzwild reagierte mit gesteigertem Appetit. Auch Tanzmusik störte nicht. Die Klänge einer Sauhatz, von der gleichen Lautsprecheranlage übertragen, zeitigten zunächst einen besseren Erfolg. Die Wildschweine zogen sich für einige Tage in den Wald zurück, um neue Beschlüsse zu fassen. Dann kehrten sie an die alten Futterplätze zurück.

Jetzt hat einer der Bodenröder Bauern eben Apparat konstruiert, in dem Karbid und Wasser in regelmäßigen Abständen unter großem Lärm und hellem Feuerschein explodiert. Vorläufig sind die Schweine in volle Deckung gegangen, man weiß nur noch nicht für wie lange Zeit.