Die Firma Pohlschröder & Co. Kommanditgesellschaft, Dortmund, ist in aller Welt vornehmlich als Herstellerin von Geldschränken und Tresoranlagen bekanntgeworden. Aber einen nicht weniger guten Ruf hat sie sich in den letzten Jahrzehnten durch die Fabrikation von Stahlbüromöbeln erworben. Als der Großvater der derzeitigen Inhaber, der Schlossermeister Friedrich Pohlschröder, vor genau 100 Jahren das Unternehmen ausdrücklich als „Geldschrank-Fabrik“ gründete, legte er doch schon etlichen Wert darauf, seine Erzeugnisse in „geschmackvoller, moderner Möbelform“ auf den Markt zu bringen. Auf der Düsseldorfer Kunst- und Gewerbeausstellung von 1880 erhielt er dafür die einzige seiner Fabrikationssparte vorbehaltene Goldmedaille.

Der Großvater kannte noch das Comptoir des Biedermeier und der späteren Gründerzeit. Wenn er für seine Fabrikate die moderne Möbelform forderte, so gab er damit die Richtschnur, die auch heute noch in der Firma Geltung hat. Vorausahnend hatte er sich schon in Dortmund, im Schatten der aufstrebenden Eisenhütten an der Ruhr, angesiedelt, wo dem gelernten Kunstschlosser durch die Verbesserung der Stahlgewinnungsverfahren das damals qualitativ nur denkbar beste Material in die Hand kam. Als der Gründer 1895 starb, setzte Heinrich Pohlschröder das Werk des Vaters fort, indem er das Unternehmen ständig erweiterte. Zu der Fabrikation von Geldschränken und Wertgelassen war inzwischen die Herstellung von Regalen, Werkkleiderschränken, Dokumenten- und Bücherschränken gekommen. Diese Grundlage diente unter den beiden Enkeln, Heinz und Hans Pohlschröder, als Ausgang für die Entwicklung der modernen Stahlbüromöbelfabrikation, mit der sich neuerdings die Verwendung von Kunststoff verbindet. In Formen und Farben, die von den Ideen der modernen Architektur beeinflußt sind, also in „geschmackvoller, moderner Möbelform“, wie der Großvater es für das Comptoir seiner Zeit für wünschenswert erachtete, belebt Pohlschröder das Aussehen des Büros unserer Tage.

Die stählernen Büromöbel machen etwa 60 v. H. des Gesamtumsatzes aus. Ihn noch zu steigern, bemühen sich Niederlassungen, die über das ganze Bundesgebiet verteilt sind. Im Dortmunder Werk stehen 560 Arbeiter und 160 Angestellte in Arbeit. H.

Bleyle verzeichnet bisher höchste Umsätze. Die Wilhelm Bleyle oHG in Stuttgart teilt mit, daß die Firma im Herbst dieses Jahres die größten Umsätze seit Bestehen des Unternehmens erzielt hat. Seit Beginn dieses Jahres wird in sämtlichen Werken, zu denen in jüngster Zeit ein Filialbetrieb in Eppingen (Baden) sowie mehrere Nähwerkstätten in der Umgebung Stuttgarts hinzugekommen sind, teilweise bis zu drei Schichten gearbeitet. Mitte November 1955 sollen in Berlin eigene Verkaufsräume eröffnet werden. Seit einiger Zeit gibt es auch dort eine eigene Betriebswerkstatt. Insbesondere haben die modischen Erzeugnisse der Gesellschaft im In- und Ausland zu großen Verkaufserfolgen geführt. Der Exportumsatz von Bleyle beträgt nahezu die Hälfte des deutschen Gesamtexportes an wollenen Strick- und Wirkwaren. Die Zahl der Beschäftigten ist seit Frühjahr 1955 um 200 auf 3200 Personen gestiegen. Die Preissituation am Strickwarenmarkt ist aber trotz der Mengenkonjunktur ungünstig. Sie entspricht der Gesamtlage der westdeutschen Textilindustrie, deren Preisstand (1950 = 100) heute im Durchschnitt bei 88 liegt.

Die Konrad Hornschuh AG, Baumwollspinnerei und Weberei in Urbach/Württ., mit Zweigbetrieben in Hedelfingen und Weißbach, verteilt für 1954 wieder 6 v. H. Dividende auf das im Familienbesitz befindliche Grundkapital von 4,4 Mill. DM.

Rheinstahl jetzt mit Konzernvorstand. Die Rheinische Stahlwerke, Essen, haben eine Erweiterung ihres Vorstandes durchgeführt und damit personell dem fortschreitenden Aufbau des Gesamtunternehmens Rechnung getragen. Zu den bisherigen beiden ordentlichen Vorstandsmitgliedern Bergwirksdir. Dipl.-Kaufmann Werner Söhngen und Dir. Dr. jur. Wolfgang Linz, ferner dem stellvertretenden Vorstandsmitglied RA Ekmar Schöneberg sind neu hinzugekommen Dipl.-Kaufmann Dr. Willy Eggemann (Finanzdirektor), Dir. Dr. h. c. Arthur Mauterer (Dortmunder Union Brückenbau AG), Hüttendir. Kurt Schmitz (Ruhrstahl AG) und Hüttendir. Dipl.-Kaufmann Alexander Wiedenhoff (Rheinisch-Westfälische Eisen- und Stahlwerke AG). Gleichzeitig wurde Dir. Schöneberg (Rechtsabteilung) zum ordentlichen Vorstandsmitglied berufen.

Als 500 000. DKW-Fahrzeug der Nachkriegsproduktion verließ am 10. November einer der neuen Personenwagen vom Typ „Der große DKW 3-6“ das Fließband des Werkes Düsseldorf der Auto-Union. Damit wurden seit 1949 rund 300 000 DKW-Motorräder und -Roller und rund 200 000 DKW-Wagen gefertigt. Das Unternehmen beschäftigt heute nahezu 11 000 Menschen.