N.-N., Sydney, im November

Die seit Mitte 1954 sich abzeichnende Abschwächung der Wollpreise in Australien hält auch in der laufenden Saison 1955/56 an. Seit den Eröffnungsauktionen in Sydney und Adelaide vor einem Monat sind die Preise um 5 bis 15 v. H. zurückgegangen. Die Wollbaisse wurde vor allem durch das Zögern im Ankauf von seiten Großbritanniens, Japans und der USA hervorgerufen.

Die europäische Nachfrage allein war nicht in der Lage, das Preisniveau zu halten. Sollten sich die Preise in den kommenden Monaten nicht erholen, so ist mit einem weiteren Rückgang des Farmereinkommens in der Höhe von ungefähr 50 Mill. £ zu rechnen. Der Regierung würde dies das sehr schwierig zu lösende Problem bringen, die Zahlungsbilanz des Landes dem empfindlichen Wegfall von Exporteinnahmen anzupassen. Zur Lösung dieser Frage hat denn auch die Regierung die weitere Verschärfung der Importrestriktionen bekanntgegeben.

Trotz der fortschreitenden Abschwächung der Wollpreise halten diese jedoch immer noch ein sehr hohes Niveau. Der Durchschnittspreis für ein Pfund Wolle betrug in der Saison 1954/55, nach dem dreizehnprozentigen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, noch immer 71,21 d und war damit der fünfthöchste in der Geschichte des Landes. Der Totalwert der verkauften Wolle betrug 352,7 Mill. Pfund, also 10 v. H. weniger als vor einem Jahre. Die erhöhte Produktion regulierte den Preissturz. Im Berichtsjahre hat die australische Wollschur mit 3,9 Mill. Ballen einen neuen Rekord aufgestellt, dank dem erhöhten Schafstand (124,4 Mill.), den günstigen Wetterbedingungen, der fortschreitenden Ausmerzung der Kaninchenpest und der wissenschaftlichen Verbesserung der weiden.