Von Paul Hühnerfeld

Weil ein Gedicht, je geglückter es ist, notwendigerweise auch um so zerbrechlicher sein muß, darum ist es gut, wenn der Dichter selbst festen Boden unter den Füßen hat. Äußerste Kunst bedeutet gleichzeitig äußerste Fragilität; es ist geradezu ein Kriterium für ein gutes Gedicht, daß es durch ein falsches Komma in den Abgrund der Bedeutungslosigkeit gestürzt wird, während bei mittelmäßigen Versen das falsch gesetzte Satzzeichen ein Problem der Interpunktion ist...

Friedrich Bischoff, ehemals Leiter des Breslauer Senders, heute Intendant des Südwestfunks in Baden-Baden, hat einen, auch in der Quantität stattlichen Band Gedichte vorgelegt:

Friedrich Bischoff: "Sei uns Erde wohlgesinnt". Neue Gedichte mit den Liedern und Balladen der Kindheit und die ausgewählten Gedichte des schlesischen Psalters (bei Fritz Schlichtenmayer, Tübingen, 161 Seiten, 9,80 DM).

Bischoff ist Schlesier, einer jener seltenen Heimatdichter, die nicht nur der Heimat, sondern der Welt etwas zu sagen haben. Sein Buch beginnt mit einer poetischen "Auskunft":

Wo der Ostwind rauschend

Über die Wälder der Oder fährt,