Wenn von zwölf Typen Waschwannen siebeneinen Umsatz mehr als 90 v. H. und die restlichen fünf Typen sich in die übrigen 10 v. H. teilen, oder wenn festgestellt wird, daß in der Bundesrepublik 80 bis 90 Typen (nicht Größen) von Kochtöpfen hergestellt werden, so glaubt das Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft, daß dies des Guten zu viel ist. Dies sind aber nur zwei Beispiele von Tausenden. Durch eine Typenbeschränkung würde nicht nur die Fabrikation konzentriert und verbilligt, sondern der Vertrieb könnte sich wirtschaftlicher gestalten, und vor allem könnten für den Endverbraucher die Preise ermäßigt werden.

Diese Meinung vertreten nicht nur die deutschen Rationalisierungsspezialisten, sondern in allen Ländern der Welt hat man eingesehen, daß neben der Rationalisierung auf anderen Gebieten wesentliche Erleichterungen durch eine Typenbeschränkung erreicht werden können. Um diese Bestrebungen auf internationalem Gebiet vorwärtszutreiben, reisen in diesen Wochen Mr. Harold W. Martin, Registered Professional Engineer, New York, und Dipl.-Ing. Gerhard Marik von der Europäischen Produktivitätszentrale in Paris im Auftrage der OEEC (Europäische Wirtschaftsvereinigung) durch Deutschland, um im Anschluß daran weitere europäische Länder zu besuchen. In der Bundesrepublik werden sie von Dr. Oskar Martin von der Rationalisierungsgemeinschaft des Handels beim RKW in Köln und von Dipl.-Ing. Hans-Georg Hessenbruch von der Rationalisierungsgemeinschaft "Typenbeschränkung" beim RKW in Frankfurt begleitet. Es ist das Ziel dieser Reise, in den besuchten Ländern ständige Organisationen für die Typenbeschränkung zu gründen, um eine internationale Zusammenarbeit und einen Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet sicherzustellen und zu praktischen Ergebnissen zu kommen.

Auf einer Veranstaltung in Hannover wurde betont, daß es sich selbstverständlich um eine sinnvolle Typenbeschränkung handeln müsse, die die Vereinfachung in der Fabrikation mit der Preiswürdigkeit und dem individuellen Verbrauchswert zusammenfasse. Ferner wurde hier noch darauf hingewiesen, daß manche Industrien gar nicht über das Maß der Typenvielzahl in der Produktion ihrer Branche unterrichtet sind und daß vor allen Dingen in Europa viel zuwenig Marktforschung getrieben wird, um die Wünsche der Verbraucher in größerem Umfange zu ermitteln. Alle diese Fragen sollen nun durch eine internationale Organisation für die Typenbeschränkung geklärt werden. N. D.