J er negative Ausgang der Genfer Konferenz hat die Börse nicht beeindruckt, weil das fgebnis seit einiger Zeit erwartet werden lUßte und entsprechende Konsequenzen bei en Papieren mit Ostcharakter bereits seit län3rem gezogen waren. Selbst Werte wie z. B. >e IG Farben Liquis waren deshalb kaum ver[idertj sie schwankten lediglich zwischen 36 1ad 37 v. H. Dieser Kurs wird weniger durch ae Ostquote als vielmehr durch sonstige "Brüche (Chemische Werke Hüls usw ) lagen.

öie Tendenz auf dem Aktienmarkt war ßgebot ist im wesentlichen versiegt, so daß e Käuferseite oft auf leere Märkte traf und urskonzessionen zu machen hatte. Damit heint die Krise, in die der Aktienmarkt seit är Erkrankung Eisenhowers hineingeraten ar, beendet zu sein, zumal die Maßnahmen if dem Preisgebiet und die in ihren Anfänätt erkennbare Kompromißbereitschaft auf im Lohnsektor die Befürchtungen vor neuen strlktionen der BdL gegenwärtig stark verjindert haben. Dadurch wurde dem Berufsindel mehr Bewegungsfreiheit gegeben, die di zweifellos noch positiver auf das Geschäft a den Börsen ausgewirkt hätte, wenn der eidmarkt nicht so hart angespannt wäre.

Entlastung wird gesucht durch Verkäufe auf em Rentenmarkt und auch durch AbpSeaypn Devisen gegen D Mark. Bei den sfverzinstichen Papieren stehen dem Angebot eist nur kleine limitierte Kauforders gegener. In Einzelfällen kam es zu weiteren KursJfcgängen. So wurde die Sprozentige Lastentsgleichsanleihe jetzt erstmalig zu 98 v. H. Rändelt. Die öprozentige Anleihe der Deuten Reichsbahn ging zu 100 v. Hum. Durch ffien haben sieh nunmehr Bruttorenditen erben, die teilweise bis zu 8 45 v. Hbetrugen,"ß solche Sätze auf seriöse Anleger anregend jrken, ist begreiflich. Aber auch die Aktien ui von der Renditeseite her interessant ge"den, wenngleich die Erträge hier natur" öjioch erheblich niedriger liegen , ImmerIsen sich bei Zugrundelegung der Vor Isdividende in vielen Fällen Renditen eriijäjen, die bei 4ä v. Hliegen. Da man anT5n kann, daß bei den meisten Geselli MI für das laufende Geschäftsjahr Dividendenerhöhungen eintreten werden, ergibt sichnoch eine Verbesserung der Relation.

Mit zweistelligen Dividenden redinet man vor allem bei den Bankennachfolgern und einigen Regionalinstituten. Kursmäßig lag dieser Markt jedoch in der vergangenen Woche unverändert. Das gleiche gilt auch für die Elektrowerte, wo AEG mit 213Vs (215) sogar noch etwas vernachlässigt waren. Hier scheint die Kapitalerhöhung noch auf den Kurs einzuwirken. Nur unwesentlich gestiegen sind auch die IG Farben Nachfolger. Das Ausland bleibt den deutschen Märkten nach wie vor fern, und die inländische Kundschaft konzentrierte sich im wesentlichen auf die Montane, die durch die Berichte von Hoesch und Klöckner einen spürbaren Auftrieb erhalten haben. Bei Klöckner erwartet man für das jetzt laufende Geschäftsjahr eine Dividende von 8v. Hi außerdem kommt ein Bezugsrecht zur Notiz (5:1, Ausgabekurs wahrscheinlich 100 v. H). Auf der jetzigen Kursbasis würde es sich rechnerisch auf etwa 10 v. Hstellen. Angesichts der Kapitalverteilung bei Hoesch erwartet man kein großes Angebot in Bezugsrechten, da die Großaktionäre bemüht sein werden, den auf sie entfallenden Kapitalanteil voll zu zeichnen, um ihre Positionen zu halten. Der Kurs für die alten Klöcfcner Aktien stieg um 7 Punkte auf 1692, zu einem größeren Kursgewinn kam es auch bei Klöckner Königsborn Werne. Als bemerkenswert günstig wurde der Hoesch Bericht beurteilt, der sich auch eingehend mit der rasch fortschreitenden Rückverflechtung befaßt. Man erwartet das Umtauschangebot an die Aktionäre der Altenessener Bergwerks AG und der Industriewerte AG im Verhältnis l:l noch in diesem Jahr. Die Hoesch Aktien stiegen um 5 Punkte auf 156 Überdurchschnittlich fest lagen Ilseder Hütte mit 183 ( plus 10 Punkte). Die Sonderbewegung der beiden Automobilwerte setzte sich fort. BMW kamen trotz des dividendenlosen Abschlusses und der Ungewissen Dividendenaussichten auf 171 (160). Offenbar erwartet man, daß die jetzt anlaufende Wiederbewaffnung dem Unternehmen eine bessere Kapazitätsausnutzung als bisher bringt. Der Anstieg von Daimler auf 371 (360) dürfte noch immer mit Mehrheitskaufen in Zusammenhang zu bringen sein.

Für die Mehrzahl der Spezial- und Lokalwerte werden nunmehr die Dividenden zum Kurskriterum. Bei der Lederindustrie sind die Erwartungan in dieser Hinsicht weiterhin gering. Hoffnungsvoller sieht man die Situation bei den Brauereiwerten, zumal das Brauereigeschäftsjjhr bereits am 30. September zu Ende gegangen ist und man heute schon einen ungefähren Überblick über die Betriebsergebnisse besitzt. Allerdings sind die hier mit Sicherheit zu erwartenden Dividendenerhöhungen (bzw. die Divideadenaufnahme bei Kieler Eiche) bereits eskonptiert. Dennoch kam es bei Bavaria St. Pauli mch zu einem Kursgewinn (250—255). Obgleidi bei den Industriewerken Karlsruhe (früher D1. Waffen) noch ein Verlustvortrag bestehen Heibt, hat sich die Nachfrage nach den Papieien des Unternehmens verstärkt. Es gehört belanntlich zum Quandt Konzern. Der Kurs stieg von 110 auf 114 v. H. Von dem Verlustabschluß der Hansa Mühle für 1954 blieb der Aktienkurs unberührt (76 v. H ). Die Situation ist für den freien Aktionär so verfahren, da3 er nach Lage der Dinge in absehbarer Zeil keine Ertrage für sich erwarten kann. Der reundlicheren Tendenz entsprechend konnten steh die Zertifikate der InvestmentGesellschat in der zurückliegenden Woche leicht erholen: FONDAK 304—305<i, FONDRA 197 50—19!, FONDIS 119—120 DM n d t Die Westfälische DrahUndustrie, Hamm Westf, schlägt der zum 8. Dezember einberufenen HV vor, außer der satzungsmäßigen Dividende von 4 v. H auf die Vorzugsaktien (l MiH. DM) für das Geschäftsjahr 195455 (30. 6 ) auch auf die Stammaktien (9 Mill. DM) 4 v. H. Diyidende zu verteilen. In den beiden vorangegangenen Geschäftsjahren blieben die Stammaktien dividendenlos, im Jahre 195152 erhielten sie 2 v. H. Dividende. Unabhängig hiervon erhalten die freien Aktionäre (Hauptaktionäre der Gesellschaft sind zwei Mitglieder der Familie Krupp) auf Grund der bei der Neuordnung on der Firma Friedr. Krupp übernommene Verpflichtung wieder eine Entschädigungszallung von 5 v. H, die auch noch in den nächsten zwei Geschäftsjahren (bis 195657 einschl ) zu zahlen ist. Von der Verwaltung wird mitgeteilt, daß im Berichtsjahr 195455 lebhafte Nachfrage nach den Erzeugnissen des Unternehirens bestand. Allerdings habe der scharfe Wettbewerb bei wiederholten Rohmaterialverteuerungen eine hinreichende Korrektur der vorangegangenen Preisabstriche nicht zugeassen.

Die Bremer Straßenbahn AG kann für das Geschäftsjahr 1954 von einer erfreulichen Aufwärtsentwicklung berichten. Die Gesamteinnahmen haben sich von 21 14 Mill. DM in 1953 auf 22 66 Mill. DM im Berichtsjahr erhöht. Aus dem Reingewinn einschl. Vortrag von 154593 DM kommt nun eine Dividende von 5 v. H. auf das rieht im Besitz der Stadtgemeinde Bremen befindliche Grundkapital von 3 09 Mill. DM zur Verteilung. Wie in dem sehr ausführlich gehaltenen und geschmackvoll aufgemachten Geschäftsbericht hervorgeht, haben die RationalisieruHgsmaßnahmen in fast allen Bereichen Eroig gehabt.

Die HV der Veith Gummiwerke AG, Sandbach bei Höchst im Odenwald, beschloß antragsgemäj für das Geschäftsjahr 1954 eine auf 9 v. H erhöhte Dividende auf 6 Mill. DM Grundkapital zu verteilen; das ist abermals — wie im Vorjahr — eine Erhöhung um l V v. H. gegenüber der Vorjahresdividende. Dr. Robert Maul vom Vorstand führte aus, daß die mengenmäßige Zunahme der Gesamtproduktion im Berichtsjalr gegenüber 1953 etwas mehr als 30 v. H letragen hat. Wegen der erfolgten Preissenkungen lag die wertmäßige Umsatzzunahme nur bei etwa 25 v. H. Im Exportgeschäft wurden in sämtlichen Sparten erheblich größere Umsätze erzielt als 1953. Auf Grund der Entwicklung rechnet die Geschäftsleitung auch für 1955 wieder mit einem befriedigenden Ergebnis und sieht infolge der stetig fortschreitenden Motorisierung in Deutschland auch günstige Aussichten für die weitere ZUcunft.