Wenn nicht alles täuscht, hat Bayern einen durch den Krieg und die Nachkriegsereignisse (sprich: Dünnbier) verlorenen Rekord im abgelaufenen Sudjahr 1954/55 wieder zurückgeholt. Seit vielen Jahren nämlich führte Belgien in der Weltrangliste des Bierverbrauchs je Kopf der Bevölkerung die Tabelle an. Mit 117 Liter je Einwohner stand es noch im letzten Jahr an der Spitze aller Länder. Nun hat Bayern mit einem Gesamtausstoß von rd. 11,4 Mill. hl rd. 90 v.H. des Vorkriegsabsatzes erreicht und damit den Ausstoß gegenüber dem Vorjahr um 9,2 v. H. gesteigert. Je Kopf der Bevölkerung bedeutet dies im abgelaufenen Südjahr 125 Liter und zugleich die Aussicht, Belgien, das allerdings bisher seinen Ausstoß noch nicht gemeldet hat, vom ersten Platz zu verdrängen...

Wenngleich im Bundesgebiet in der gleichen Zeit ein Ausstoß von rd. 34,3 Mill. hl (gegenüber 30,6 Mill. hl im Vorjahr) erreicht werden konnte und damit der Vorkriegsausstoß für das Bundesgebiet erstmals überschritten wurde, kommt der Pro-Kopf-Verbrauch in den übrigen Ländern Westdeutschlands "nur" auf 54 Liter. Das Bundesgebiet rangiert somit immer noch hinter den bierfreudigeren Ländern Belgien, Australien, Neuseeland, England, Tschechoslowakei, Dänemark, Kanada, ja sogar Österreich und USA.

Stellt Bayern somit fast ein Drittel des Gesamtausstoßes des Bundesgebietes, so ist die Zahl der im Betrieb befindlichen gewerblichen Brauereien gar mehr als doppelt so hoch wie im übrigen Bundesgebiet: 1590 gewerbliche Brauereien wurden im letzten Steuerjahr in Bayern gezählt, gegenüber etwa 700 im übrigen Bundesgebiet. Relativ gering- und finanziell kaum ins Gewicht fallend ist dagegen der bayerische Bierexport trotz seiner abermaligen Steigerung von 109 000 hl im Vorjahr auf 141 000 hl. Hauptabnehmer des bayerischen Bieres sind nach wie vor die USA. –r.