Was hätten Sie lieber – 100 Mark zu Weihnachten oder nächstes Jahr im Sommer schönes Wetter?" Es soll keiner sagen, das sei eine alberne Alternative, und so etwas könne man doch gar nicht vergleichen. Die Hamburger SPD hat den Nachweis erbracht, daß noch ganz andere Vergleiche möglich sind.

Was ist passiert? Die Stadtväter von Hamburg haben den löblichen Beschluß gefaßt, die Unterstützungen für notleidende Familien um 14 Mark zu erhöhen. Sie haben außerdem die nicht minder löbliche Entscheidung getroffen, auch weiterhin für aufbauwillige Unternehmen Bürgschaften in Höhe von 80 Millionen Mark zu übernehmen. Wohlgemerkt: die Unternehmer kriegen nichts geschenkt; sie kriegen nicht einmal etwas geborgt, die Stadt übernimmt lediglich die Bürgschaft für Kredite, die die Unternehmer sich anderswo beschaffen müssen.

Die Opposition, nämlich die Landesorganisation Hamburg der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, sah sich daraufhin zu folgendem demagogischen Bravourstück veranlaßt, das eines Morgens von großen Plakaten den gesunden Menschenverstand der Passanten beleidigte:

Zweierlei Maß in Hamburg. Am 9. November bewilligte der Hamburg-Block (CDU, FDP, DP) in der Bürgerschaft gegen die Stimmen der SPD 80 Millionen DM Wirtschaftsbeihilfe für die "notleidenden Unternehmer" und nur 14 DM für den Familien-Haushalt der Armen. –

Warum die "notleidenden Unternehmer" in Anführungszeichen stehen, was da also zitiert oder angeführt wird, ist nicht bekannt. Wer angeführt werden soll, ist allerdings völlig klar. Leo