"5ä Aktiengesellschaft für Berg ind Hüttenbetriebe, die ehemaligen "ichswerke", deren juristischer Sitz noch äf Berlin ist, während sich der Verwalsitz in Salzgitter befindet, hat in den — Jahren in aller Stille eine bemerkens1 0 Entwicklung durchgemacht. Belastet mit Hypothek der politischen Zielsetzung bei Gründung und bis auf die Grundmauern lontiert zu einer Zeit, als vergleichbare ernehmungen der Montanindustrie schon ten im Wiederaufbau waren, hat der nundereit Behauptungen aus eigener Kraft und ne jede Subvention der öffentlichen Hand in rhältnismäßig kurzer Zeit einen beachtlichen atz in der deutschen Schwerindustrie einnommen. Obwohl das Unternehmen aus dem ickwinkel der Ruhr zuweilen noch immer als r" arme Bruder" angesehen wird, ist sein iteil an der gesamten Eisenerzförderung des ndesfjebietes von über 19 Mill t oder 31 9 H im ersten Halbjahr 1954 auf annähernd l Mill t oder 36 7v. H im ersten Halbjahr 55 gestiegen. Die Steinkohlenförderung von 1 Mill t und die Kokserzeugung von 14 Mill t ithten in der ersten Hälfte dieses, Jahres 73v. Haus, und über die Toditergeselllaft Deutsche Schachtbau- und TiefbohrnbH in Lingen ( Grundkapital 20 Mill. DM) ir deRKonzern im gleichen Zeitraum mit über 0 000 t oder 14 8v. H an der westdeutschen ihölförderung beteiligt.

In den Jahren von 1948 bis einschließlich 54 haben die gesamten Investitionen einen ert von 610 Mill. DM erreicht. Bei dieser ichlage war es verständlich, daß sich bis einUießlich 1952 ein Verlustvortrag von 2 28 ül. DM ergeben hatte. 1953, das letzte bisher lanzierte Geschäftsjahr, brachte erstmalig neu kleinen Gewinn von 0 54 Mill. DM, um :n sich der Verlustvortrag verminderte. Das 2schäftsjahr 1954, über das Mitte Dezember im ersten Male eine konsolidierte Bilanz des samten Konzerns veröffentlicht werden wird, it einen betrachtlich gestiegenen Gewinn eracht, durch den der gesamte restliche Verlust igedeckt und gleichzeitig eine Stärkung der isetzlichen Reserven erzielt werden kann. Im ufenden Geschäftsjahr hat die günstige Enticklung nach! Mitteilung der Konzernleitung igehalten, so daß mit einem noch höheren ewinn zu rechnen ist. Es ist nicht ausischlossen, wenn auch noch nicht entschieden, iß für dieses Jahr erstmalig eine Dividende isgeschüttet werden kann. Das AK von 350 ill. DM ist erst kürzlich um 17 Mill. DM er>ht worden. Wie aus den Vorbemerkungen im Bundeshaushaltsplan für 195657 hervorgeht, ist eine neue Aufstockung um 13 Mill. DM vorgesehen, die für weitere Investitionen vorgesehen sind.

Von den noch geplanten Aufwendungen für die Tochtergesellschaften des Konzerns, der z. Z. 60000 Beschäftigte zählt, sind vor allem die schön in nächster Zeit vorgesehene Fertigstellung des Block- und Profilwalzwerkes zu erwähnen, die gegenwärtig um eine Stabstahlstraße mit einer Jahreskapazität von 250 000 t erweitert wird, und der Bau von weiteren zwei Hochofen mit einer Leistung von je 1000 t, wodurch die Jahresfcapazität zusammen mit den vorhandenen vier Ofen auf etwa 1 2 Mill t gesteigert werden soll. In etwas weiterer Ferne liegt der Plan, einen Teil der Kokereigase für die Gewinnung von Stickstoff auszunutzen. Außer als Energiequelle für das Werk trägt das Gas bisher schon über Fernleitungen zur Versorgung von Kassel bei und im Rahmen des Interzonenhandels von Magdeburg; ein kleiner Teil wird im Austausch gegen Westberliner Gas, das in die Randgebiete der Sowjetzone geliefert wird, bis in die ehemalige Hauptstadt geliefert.

Die Tochtergesellschaft Erzbergbau Salzgitter A G( AK 5 Mill. DM) hat bei einer Belegschaft von 5000 Köpfen ihre Förderleistung in den ersten acht Monaten dieses Jahres von rund 390 000 t im Januar auf über 460 000 t im August gesteigert und in dieser Zeit insgesamt 36 Mill terreicht, während im ganzen Jahr 1954 nur 05 Mill t mehr erzielt wurden. Nach Schätzung der Geologen belauft sich der Erzvorrat im Fordergebiet der Gesellschaft auf mindestens zwei Milliarden t, so daß eine Erschöpfung der Lager in absehbarer Zeit nicht zu befürchten ist. Die mit einem AK von 210 Mill. DM ausgestattete Hüttenwerk Salzgitter AG, deren Belegschaft sich auf rund 7000 beläuft, verfügt z. Z über eine Jahreskapazität von 730 000 t Roheisen und 850000 t Rohstahl, davon 250000 t SiemensMartin- und 600 000 t Thomas Stahl. Die eigene Kohlenbasis des Konzerns ist duich die Beteiligung von 85 v. H am AK von 78 Mill. DM der Bergbau A G Ewald König Lddwig, Herten i. Westf, und den vollen Besitz des AK von 60 Mill. DM der Markischen Steinkohlengewerkschaft Heesen i, Westf,gesichert, die zusammen eine Belegschaft von fast 35 000 Menschen beschäftigen.

Der bevorstehenden Veröffentlichung der Jahresbilanz für 1954 darf man mit um so größerem Interesse entgegensehen, als dieser Konzern den Gegenbeweis für die weitverbreitete und nicht immer unberechtigte Ansicht liefert, bundeseigene Unternehmungen seien nicht zu rentabler Wirtschaft fähig. G. G.