Während in Deutschland die ersten Freiwilligen für die neue Wehrmacht aufgestellt werden, fand in Tobruk die Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen des letzten Krieges statt. General a. D. Crüwell, der im Krieg ein Panzerkorps in Afrika befehligte, sprach vor den Gräbern von 6000 deutschen Soldaten. Er nannte die Namen Bardia, Halfaya, Sollum, Bir el Gobi, Mechili, Bengasi, wo kein "dreckiger Krieg" geführt wurde, wo Härte nicht Haß war und die Gegner einander Ehre machten. Crüwell sagte: "Wir denken auch an unsere damaligen Gegner, insbesondere an die Soldaten der britischen Völkergemeinschaft. Sie kämpften hart, aber stets fair und ritterlich, bis sie am Ende Sieger blieben."

General Crüwell ist ein Mann von geistiger und weltmännischer Weite; ein Soldat, und was vielleicht mehr ist: ein Bürger ohne Furcht und Tadel, der im zivilen Leben seit 1945 genauso unabhängig und verantwortungsbewußt seinen Mann stand wie an der afrikanischen Front. Manchmal wird einem heute ein wenig bange bei dem Gedanken, welcher Geist wohl die neu entstehende Wehrmacht in Zukunft erfüllen wird – da ist es denn beruhigend, zu wissen, daß es solche Männer gibt. B.