Von alten Feuerstellen und gemütlichen Ofen bis zu modernen Heizanlagen

Wir sitzen auf Kohlen

Schichten der Erdrinde, die Kohle führen, erstrecken sich von England über Frankreich, Belgien und Holland bis nach Nordwestdeutschland. In diesem Gebiet ist das Ruhrkohlenrevier von großer Bedeutung. Und zwar verdankt das Ruhrgebiet seine besondere Stellung der Tatsache, daß hier – im Gegensatz zu den meisten anderen Kohlengebieten der Welt, in denen oft nur eine oder zwei Kohlenarten vorkommen – alle Steinkohlenarten, von der sehr gasreichen Gasflammkohle bis zum gasarmen Anthrazit, gefördert werden.

Die Gesamtfläche des Steinkohlenvorkommens im rheinisch-westfälischen Raum umfaßt etwa 6200 Quadratkilometer, hiervon entfallen auf die Schachtzone 25 Prozent, die Bohrlochzone 28 Prozent und die nicht aufgeschlossene Zone 47 Prozent.

Bei einer Abschätzung der anstehenden Kohlenvorräte in diesem Gebiet muß berücksichtigt werden, daß grubenklimatische Verhältnisse, Wirtschaftlichkeit und technische Mittel zur Zeit nur einen Abbau bis etwa 1200 Meter/Teufe (Tiefe) zulassen. Der abbauwürdige Kohlenvorrat im rheinisch-westfälischen Steinkohlenrevier wird mit Sicherheit auf etwa 35 Milliarden Tonnen geschätzt. Bei der zur Zeit wirtschaftlich erreichbaren Teufe von 1200 Meter kann noch etwa 300 Jahre lang eine Jahresmenge von 120 Millionen Tonnen gefördert werden.

Die in Betrieb befindlichen Schachtanlagen verfügen über zehn Milliarden Tonnen sichere, abbauwürdige Kohlenvorräte. Diese Menge verteilt sich auf die einzelnen Kohlenarten wie folgt:

Der Förderanteil der verschiedenen Kohlenarten entspricht, grob gesehen, etwa dem Verhältnis der Vorratsmengen. Von besonderer Bedeutung ist dabei, daß die als Rohstoffgrundlage für die Kokereien besonders wichtige Fettkohle an den Vorräten mit nahezu zwei Dritteln und an der Förderung mit fast 70 Prozent beteiligt ist.