Es ist erst einige Tage her, daß der tschechoslowakische Botschafter in London, Jiri Hájk, mit Entsetzen entdeckte, daß sich in seinem Büro ein Abhörgerät befand. Hájk muß, seiner Reaktion auf diesen Tatbestand nach zu urteilen, ein recht naiver Mensch sein, naiver jedenfalls als ein Ostblockdiplomat sein darf. Offenbar in der Annahme, daß er ein Opfer der Machinationen des Intelligence Service oder eines anderen kapitalistischen Geheimdienstes geworden sei, legte er bei der britischen Regierung sofort einen wütenden Protest ein. Der Ahnungslose verlangte eine strenge Untersuchung und die Bestrafung der Schuldigen. Die Regierung ließ den Fall sorgfältig recherchieren. Die Forderung nach Bestrafung der Schuldigen konnte sie jedoch nicht erfüllen, denn dazu fehlte ihr die Kompetenz. Sie mußte sich darauf beschränken, dem Botschafter mitzuteilen, daß man sich von dem Vorhandensein eines Abhörgerätes in seinen Räumen überzeugt, das Geschäft, in dem es gekauft wurde, herausgefunden – und als Käufer einen Angehörigen der tschechoslowakischen Botschaft ermittelt habe. J. P.