... und die "Frühen Stätten der Christenheit"

Im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts bereisten zwei Männer deutscher Sprache aus denkbar verschiedenen Lebenssphären Griechenland und den Vorderen Orient. Der Fürst Hermann von Pückler-Muskau mit Pomp und großem Gefolge; der Brixener Bauernsohn und spätere bayerische Professor Jakob Philipp Fallmerayer auf einem Eselchen reitend und ohne Gefolge. Dafür wog sein geistiges Gepäck ein gut Teil mehr. Als Fürst Pückler der Lady Hester Stanhope auf ihrer Schloßruine im Libanon seine Aufwartung machte, grüßten sich zwei verwandte Repräsentanten des Spleens; als Fallmerayer die Klöster des Berges Athos erklomm, wovon er uns eine heute noch sehr lesenswerte und in vorzüglichem Deutsch geschriebene Schilderung hinterließ, wurde es für ihn ebenfalls zu einer Begegnung verwandter Geister. Aber unter anderem Vorzeichen. – An diese beiden Gestalten erinnert man sich unwillkürlich, wenn man das Buch einer Reise liest, die rund 110 Jahre später wiederum von einem Deutschen im Auftrage zweier Rundfunkgesellschaften mit ziemlich genau der gleichen Route wie Fallmerayers Fahrt unternommen wurde. Inzwischen ist das Abenteuer kleiner und das Wissen von der Frühzeit des Orients größer geworden.