Klüger als die eilfertigen Bundestagsabgeordneten hat sich der Bundesrat gezeigt und das "Verbotsgesetz gegen den Kupfernen Sonntag" von der Tagesordnung abgesetzt. Nachdem er damit der gesetzgeberischen Genauigkeit zu einem verdienten Sieg über eine unpopuläre gesetzgeberische Schnelligkeit verhelfen hat, begann fast überall — ausgenommen da, wo die Weisheit der Landesväter die Schließung der Geschäfte schon vorher verfügt hatte — am Kupfernen Sonntag das eigentliche" Weihnachtsgeschäft.

Es wird behauptet, das diesjährige Weihnachtsgeschäft werde besser denn je. Daß es ein sehr gutes Weihnachtsgeschäft werden wird, daran ist niduzu zweifeln. Die Chancen für die Konsumgüterwirtschaft, vor allem für den Handel, stehen günstig. Die Bank deutscher Länder hat soeben erst festgestellt, daß der Verbrauch infolge der "beträchtichen Steigerung des Masseneinkommens im Begriff steht, stärker als bisher zu wachsen und damit der Konjunktur einen zumindest partiellen neuen Impuls zuzuführen.

Diese allgemeine Feststellung muß der Einzelhandel bestätigen: In seinen Kassen kann das erhöhte Masseneinkommen am schnellsten registriert werden. Nach einem guten Sommergeschäft waren die Lager des Einzelhandels gut geräumt. Nach Feststellung des Kölner Instituts für Handelsforschung übertrafen die Lagervorräte des Einzelhandels im Oktober ihren entsprechenden Vorjahresstand nur um 2 v. H bei einem um 13 v. H höheren Einzelhandelsumsatz. Die Lagerleere zu Beginn der Wintersaison ist aber inzwischen längst überwunden. Die Verbrauchsgüterindustrien verzeichneten in den letzten Monaten einen guten Auftragseingang; die Produktion lief auf hohen Touren. Allerdings spürte der Handel im November eine gewisse "Zurückhaltung. Das unwinterliche Wetter drückte auf die Umsatzkurve in echten Wintersachen. Das Weihnachtsgeschäft dürfte zeigen, daß von der durch Gratifikationsgelder nochmals aufgefüllen Konsumenten Brieftasche praktisch alle Branchen des Handels profitieren. Die Verbrauchsneigung hat sich schon in den letzten Monaten neben Haus- und Wohnbedarf vor allem auch der Bekleidung, der Wäsche und den Schuhen zugewandt. Die traditionellen Geschenkbranchen dürften von der deutlich erkennbaren "Geltungselle" besonders nachdrücklich erfaßt werden. Wir werden übrigens unseren reichen Gabentisch u durchweg stabilen Einzelhandelspreisen zusammenstellen können. Dies freilich erfüllt den EinzelNändler nicht mit größter Freude; denn seine Renilität empfindet er infolge eines anhaltenden arken Preis- und Wettbewerbsdrucks als unzueicfaend. Der Zwang zur Kalkulationsenge bei ""iigem BemühetLjiKL, verbesserte Qualitäten ite neben dea ständigen Hinweisen der Veryde und den wiederholten Drohungen des Gegebers mit ein Grund dafür sein, daß sich die a früheren Jahren bekannten Auswüchse im Be- >bs- und Belegschaftshandel in diesem Jahr nicht a wiederholen scheinen. Jedenfalls stellen regioile Einzelhandels verbände im Industriegebiet nen Rückgang an konkreten Beschwerden fest. e Methoden verfeinert, die Kniffe verbessert "" l als unlauter bezeichnete Ausdehnung der ndelsunternehmungen. Diesen Unzuträglichkei i sollte sich der Gesetzgeber endlich einmal anamen. M. D.