Deutschlands größte Strickwarenfabrik, die Wilh. Bleyle oHG., Stuttgart, hat am Kurfürstendamm in Berlin eigene repräsentative Verkaufs und Schauräume eröffnet. Gleichzeitig wurde auch eine Betriebswerkstatt eingerichtet, in der die Fertigung bereits angelaufen ist. Das Produktionsprogramm der Firma, die heute 3200 Arbeitnehmer in fünf großen Werken beschäftigt, ist in den Jahren nach dem Krieg erheblich ausgeweitet worden. Es umfaßt Strickwaren für die gesamte Familie: neben Kinderkleidung werden Westen und Pullover für Herren und Damen hergestellt. Dazu kommen, Damenkleider, Kostüme und Komplets. Auch Damenwäsche’ fehlt nicht. Desgleichen erfreuen sich Bade- und Sommerkleidung wie andere modische Artikel, die unter dem Warenzeichen Vetrix auf den Markt gebracht werden, seit Jahren steigender Beliebtheit. Die Eigenart dieser Damenkleiderkollektion beruht auf der Tatsache, daß Bleyle als zweistufiger Betrieb seine gewirkten und gestrickten Stoffe selbst herstellt und zum großen Teil in seiner eigenen Ausrüstungsanstalt veredelt.

Die Vetrix-Modelle zeichnen sich durch einen betont distinguierten Schnitt aus, der nicht das Ausgefallene, sondern das Damenhafte der Mode unterstreicht. „Tragbare Eleganz“ zu schaffen, ist das Ziel, das die Modeschöpfer in den Bleyle-Werkstätten verfolgen. So verbindet sich die Zweckmäßigkeit einer praktischen und strapazierfähigen Kleidung mit einer modischen und gefälligen Note durchaus eigener Prägung. In über 35 Länder geht der Export des Unternehmens, dessen Exportumsatz in wollenen Wirk- und Strickwaren fast so groß ist wie die Gesamtausfuhr der übrigen deutschen Industrie in dieser Branche. Die Produktionskapazität sämtlicher Werke ist heute voll (und zwar teilweise in drei Schichten) ausgenutzt. Der Umsatz ist der höchste Mehrkosten von 7,5 Mill. DM bedeutet.

Neues Dampfkraftwerk der Energie-Versorgung Schwaben. Die Energie-Versorgung Schwaben AG, Stuttgart, die – 1939 aus dem Zusammenschluß regionaler Elektrizitätswerke entstanden – rund zwei Drittel des in Württemberg und Hohenzollern notwendigen Strombedarfs beschafft und sich voll im Besitz der öffentlichen Hand befindet, hat jetzt nach einer Bauzeit von nur 1 1/2 Jahren die zweite Ausbaustufe des Dampfkraftwerkes Heilbronn in Betrieb genommen. Damit hat sich die Kapazität dieses Werkes, das in einzelnen Blockeinheiten (bestehend aus Kessel, Turbine und Generator) gebaut wird, um in jedem Bauabschnitt die neueste technische Entwicklung berücksichtigen zu können, auf eine Leistung von rund 130 000 kW vergrößert. Vorgesehen sind insgesamt sechs Blockeinheiten, die bis in etwa zehn Jahren entstehen sollen. Der dritte Bauabschnitt wird 1959 fertig sein. Die beiden jetzt fertigen Blockeinheiten einschl. der jetzt ebenfalls fertigen Kohlenförderanlage, die bereits auf die endgültige Größe des Werkes berechnet ist, erforderte Investitionen von rund 54 Mill. DM. Der ständig steigende Strombedarf – er wird bei der EVS in 1955 um 12 v. H. höher sein als 1954 und jährlich weiter um rund 7 v. II., zunehmen – macht für den dritten Bauabschnitt bereits eine Turbine von 100 000 kW Leistung erforderlich, während die beiden ersten Turbinen je rund 65 000 kW leisten. Der hohe Kohlenbedarf des Werkes – ein Block verarbeitet rund 500 bis 600 t täglich – ist auch für den Winter gesichert, allerdings hauptsächlich durch Importkohle. Jedoch macht der Verwaltung der EVS die Kohlenpreisentwicklung Sorge. Während der Preis der USA-Kohle, verhältnismäßig konstant bleibt, zeigen die Seefrachttarife wie die Tarife der Binnenschiffahrt ständig eine steigende Tendenz, so daß die Kohlen im Jahr 1956 um 30 v. H. teurer sein werden als 1954, was für die EVS Mehrkosten von 7,5 Mill. DM bedeutet.

Die von dem schwedischen Industriellen Axel Wenner-Gren gegründete Alweg AG in Köln, die auf dem Gebiete des Verkehrswesens im Rahmen der Alweg-Forschung tätig ist, veröffentlicht jetzt die beiden ersten Jahresbilanzen für 1953 und 1954. Zum 31. Dezember 1954 verbleibt ein Verlust von (in Mill. DM) 0,24, der sich durch den Verlustvortrag aus dem Vorjahr auf 0,33 erhöht. Das AK wird Wie bei der Gründung mit 1,0 ausgewiesen.

Die Bankverein Bremen AG konnte in diesen Tagen auf 75 Jahre ihres Bestehens zurückblicken. Sie wurde gegründet im Jahr 1880 unter der Firma Bremer Gewerbebank AG. Dieses Institut fusionierte im Oktober 1945 mit der 1906 gegründeten Bremer Kreditbank AG. und heißt seitdem Bankverein Bremen AG.