Die innerbetrieblichen Verhandlungen des Volkswagenwerkes mit den Gewerkschaften über die Einführung der 40-Stunden-Woche stehen vor dem Abschluß. Wie aus Wolfsburg bekannt wird, ist allerdings mit einer schlagartigen Verkürzung der Arbeitszeit von 48 auf 40 Stunden nicht zu rechnen, vielmehr wird als erste Etappe eine Herabsetzung der Arbeitszeit auf 45 1/2 Wochenstunden angestrebt. Entscheidend ist für die Werksleitung, daß die derzeitige Tagesproduktion von 1400 Einheiten aufrechterhalten werden kann. – Die Angestelltengehälter wurden vom Volkswagenwerk rückwirkend vom 1. Januar an erhöht. Die Gehaltsheraufsetzung in den Gruppen 1 bis 12 liegt zwischen 10 bis 55 DM.

Das Volkswagen Werk hat nun übrigens doch seine Pläne, in den USA ein Zweigwerk zu errichten und dort Volkswagen zu produzieren, aufgegeben. Die Begründung: Untersuchungen haben ergeben, daß die zunächst aussichtsreich erscheinende VW-Fabrikation in den Staaten bei den in Betracht kommenden Stückzahlen nicht ohne Preiserhöhung oder Qualitätsminderung möglich wäre. Prof. Nordhoff hat sich daher entschlossen, an dem bisherigen Exportverfahren festzuhalten und rechnet für dieses Jahr mit einer Ausfuhr von 60 000 Einheiten nach den USA (1955: 35 000). Bis Ende dieses Jahres will das Werk sein Personal in den USA verdreifachen und hat bereits eine wesentliche Intensivierung seiner Ersatzteilversorgung sowie der Kundendienst-Organisation anlaufen lassen. we.

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Produktionsbeginn bei der Hagewe. Die Produktion der Hagewe GmbH & Co., Ötigheim, einer Gemeinschaftsgründung der Buderus’sche Eisenwerke Wetzlar, der Eisenwerke Gelsenkirchen AG und der Halbergerhütte GmbH., Brebach, dürfte in einigen Monaten anlaufen. Die Gesellschaft, die Spannbetonrohre nach dem französischen „Socoman“-Verfahren herstellen wird, glaubt, zur Lieferung größerer Mengen Rohre für die Bodensee-Wasserleitung mit herangezogen zu werden. Anläßlich des Richtfestes erklärte der Generaldirektor, der Halbergerhütte, Pierre Single, daß außer der Hagewe ein weiteres Spannbetonwerk im Ruhrgebiet und ein Werk für Asbestzementerzeugnisse, insbesondere Asbestzementrohre, vorgesehen sei. Die Tatsache der Gemeinschaftsarbeit stelle eine bewußte Rationalisierung zur Vermeidung von Überkapazitäten dar. Hinter den neuen Produktionsgesellschaften steht ein Kapital von rund 70 Mill. DM.

Die Bergwerksgesellschaft Walsum mbH, Walsum/Niederrhein, die zur Montangruppe des Barons Thyssen-Bornemisca gehört, hat ihren zweiten Schacht „Wilhelm“ feierlich in Betrieb genommen. 1955 konnte das Unternehmen erstmals etwas mehr als 2 Mill. t Steinkohle fördern. Die beiden Schächte der Zeche arbeiten im Verbundbetrieb, so daß eine Fördermöglichkeit von 15 000 t je Tag erreicht werden kann. Zugleich ist die Leistung je Mann und Schicht, die schon jetzt über 2 t beträgt und damit um mehr als 30 v. H. besser als im Ruhrdurchschnitt liegt, in Kürze voraussichtlich bis auf 2,5 t zu bringen. Bergassessor Dr.-Ing. H. Barking teilte mit, daß 1957 mit dem Bau eines neuen Wetterschachtes (60 Mill. DM) begonnen werde. Dadurch würde die Jahresleistung um 1 Mill. t steigen Ein zweiter Schacht mit 40 Mill. DM Baukosten würde die volle Ausnutzung der Tageskapazität von Walsum mit 15 000 t ermöglichen.

Auf dem Gelände der Hamburger Valvo-Radioröhrenfabrik geht Hamburgs größter Fabrikbau seiner Vollendung entgegen Für den zweiten Bauabschnitt fand am 18. Januar das Richtfest statt. Der große Erweiterungsbau der Röhrenfabrik schafft Arbeitsplätze für rund 3000 Beschäftigte. Er wurde notwendig, weil im Lokstedter Werk bereits wieder ein empfindlicher Platzmangel herrschte, obwohl vor 1 1/2 Jahren die Fernseh-Bildröhrenfertigung nach Aachen verlegt wurde.