Nach der anhaltenden Abwärtsbewegung der letzten Jahre muß auch für 1956 mit einem weiteren Absinken des Ausfuhrüberschusses der Bundesrepublik und Westberlins gerechnet werden. Seit 1953 hat sich unser Ausfuhrüberschuß bereits um die Hälfte verringert: Während er 1953 rund 2,7 Mrd. DM betrug und 1954 auf 2,5 Mrd. zurückgegangen war, hatte er sich 1955 auf etwa 1,3 Mrd. DM vermindert. Da die Einfuhrpreise von 1954 bis 1955 etwas stärker stiegen als die deutschen Exportpreise, verschlechterte sich für den westdeutschen Außenhandel zum erstenmal seit 1951 das Verhältnis der Import- zu den Exportpreisen. Belastend kommt leider hinzu, daß die erhebliche Erhöhung der Arbeitskosten die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Erzeugnisse auf dem Weltmarkt spürbar beeinträchtigt.

Großbritanniens Handel mit dem kommunistischen China ist im vergangenen Jahr gegenüber 1954 um 28 v. H. höher gewesen. Diese überraschende Aufwärtsentwicklung hat in Washington eine starke Verstimmung ausgelöst; dort wird den Briten vorgeworfen, daß sie durch ihren Handel mit Peking wesentlich zur Stärkung der rotchinesischen Kriegswirtschaft beitragen. In London ist man eifrig bemüht, diesen schlechten Eindruck zu verwischen. Noch sieht es aber nicht so aus, als ob man in Washington den beschwichtigenden Erklärungen Großbritanniens Glauben schenkt.