Die Hamburger Brauereien sind beim Einzelhandel bös ins Fettnäpfchen getreten. Daß dies ganz unabsichtlich geschah, hat die scharfe Kritik des hamburgischen Einzelhandels nicht gemildert, als er sich bei den Brauereien über den mit viel Tamtam gestarteten Anstich des „Senatsbocks“ beschwerte. Dieser Senatsbock ist eine Gemeinschaftsleistung der Hamburger Brauereien und wurde wohl unter der Absicht geboren, auch in dem nüchternen Hamburg der Faschingszeit eine besondere Würze zu geben.

Den Start machten seine Väter zu einer hochoffiziellen Angelegenheit Es gelang ihnen sogar, den vielbeschäftigten Hamburger Polizeipräsidenten Georges von seinem Schreibtisch wegzulocken und den feierlichen Akt vornehmen zu lassen. Darauf reagierten die Einzelhändler nun durchaus nicht etwa mit Faschingsfröhlichkeit – sie waren vielmehr ausgesprochen böse, als sie den Brauereien bescheinigten, daß der Bierabsatz hauptsächlich in Flaschen vor sich geht und zu einem beträchtlichen Teil über die Ladentische des Einzelhandels erfolgt, während der „Senatsbock“ doch ein Faßbier-Kind war.

Auf diesen Protest konterten nun wieder die Gastwirte mit erheblichem Säuregehalt, weil sie sich von diesem Brauereierzeugnis schließlich eine in klingende Münze auszahlende Belebung der von ihnen veranstalteten Bockbierfeste versprachen. Und wie reagierten die Brauereien auf diese Bocksprünge des „Senatsbocks“? – Sie teilten den Einzelhändlern schleunigst mit, daß die ungewöhnlich starke Nachfrage nach dem Hamburger „Senatsbock“ sie dazu zwingt, ihn künftig auch in Flaschen zu liefern. Womit dann wohl allen Teilen gedient sein dürfte... ww.