Ernst Rocco, 31 Jahre alt, Direktor eines kaufmännischen Betriebes, verliebt, setzt sich in sein Büro: der Gedanke an sie war so übermächtig geworden, so bedrängend, daß er die Kraft dazu findet: er würde ihr einen Brief schreiben und allen Stolz, alle Zurückhaltung fallen lassen.

„Verehrtes Fräulein ...“ beginnt er, doch der bloße Gedanke, daß diese aufs Papier geworfenen Zeilen unter ihre Augen kommen werden, läßt sein Herz wie verrückt schlagen. „Verehrte Ornella, geliebte Seele ... Licht, Feuer, das mich verbrennt, das meine Nächte heimsucht.“

Der Bürodiener Ermete tritt ein: „Verzeihen Sie, Herr Rocco, draußen steht jemand, der nach Ihnen fragt; er heißt Manfredini...“

„Manfredini? Nie gehört. Und zudem habe ich jetzt absolut keine Zeit, ich habe eine ganz dringende Sache zu erledigen, er soll morgen oder übermorgen wiederkommen.“

„Ich glaube, Herr Rocco, es ist der Schneider, der wegen der Anprobe gekommen ist...“

„Ach so, Manfredini, sagen Sie ihm, er soll morgen wiederkommen.“

„Sehr recht, aber er ist gerade auf heute bestellt.“