P. O’D., Washington

Man könnte es den Spitzen der Republikanischen Partei nicht verdenken, wenn sie nach den Erfahrungen der letzten Wochen um alles, was Presse heißt, einen weiten Bogen machen würden. Dreimal haben sie sich beim Anfassen publizistischer Eisen die Finger verbrannt. – Es begann mit dem Dulles-Interview in Life. Das Interview sollte der Weltöffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen der Dullesschen Außenpolitik gestatten. Das tat es auch, aber was die Öffentlichkeit dort sah, versetzte sie in Angst und Schrecken. Dann kam die Artikelserie von General Ridgwäy in Saturday Evening Post. Mit der Autorität der eben erst abgelegten Würde eines höchsten Armeechefs erklärte Ridgway, Eisenhower ruiniere mit seiner Sparsamkeit die Armee. Wunderwaffen (Atombomben und Raketen) seien kein Ersatz für „Bataillone von Infanteristen“. Nach Dulles und Eisenhower erwischte es dann den Landwirtschaftsminister Benson. Obwohl von den dreien der Unschuldigste, kann sein faux pas den Republikanern die meisten Stimmen kosten. Was ist passiert? Die Zeitschrift Harpers veröffentlichte einen Aufsatz, worin die Farmer „verwöhnte Tyrannen“ genannt wurden, die sich von „beiden politischen Parteien die Stiefel lecken ließen“. Ein Exemplar von Harpers landete auf dem Schreibtisch des Landwirtschaftsministers. Dessen Sekretär antwortete mit dem Routine-Dankesbrief: „Ich habe den Artikel gelesen, er ist ausgezeichnet.“ Benson seinerseits unterzeichnete dann den Brief, ebenfalls ohne den Artikel gelesen zu haben. Das war natürlich ein gefundenes Fressen für seine politischen Gegner. Laut erscholl der Ruf der Demokraten: „Beleidigung der Bauern!“ und „Sofort zurücktreten!“