Wie verlorene Hunde (Chiens perdus sans Collier. Frankreich.) Allein wegen Jean Gabin ist dieser Film sehenswert. Dieser Jugendrichter, den er verkörpert, ist ein Beispiel selbstverständlicher überlegener Menschlichkeit. Zwischen einer erregenden Szene von perversem Einfallsreichtum am Beginn, die an „Verbotene Spiele“ erinnert, und dem ebenso starken Schluß zeigen die Bilder mit anklagender Schonungslosigkeit, aber im Gegensatz zu amerikanischen Filmen dieser Art ohne Härte, vielmehr vielleicht mit etwas zuviel „Charme“ für dieses Thema das Leben armer drangsalierter Kinder, deren Erzieher versagten (Regie: Jean Delannoy).

Dunja (Deutschland). Unter den fast ein Dutzend „Remakes“, mit denen die deutschen Filmgewaltigen ihre Einfallslosigkeit dokumentieren, ist dieses eines der besten. Hier wird nämlich zum erstenmal versucht, das Thema eines alten, großen Films – „Der Postmeister“ mit Heinrich George – wie mit neuen Augen zu sehen. Walter Richter übertrumpft zwar nicht George, aber bestimmt kann er sich mit ihm messen.

Lola Montez (Deutschland-Frankreich). Unter den sensiblen Händen Max Ophüls wurde aus einem Bestseller-„Schinken“ vom Leben des Königsliebchens dennoch ein interessanter Film. Die Besetzung selbst der Episodenrollen ist auserlesen wie nur selten in Mammutstreifen dieser Art. (DIE ZEIT, Nr. 3.) Projector