Nun sind es ja vergleichsweise glückliche Sorgen, die aus dem Vorhandensein übervoller Kassen resultieren. Erinnern wir nur daran, was vor zwei Jahren etwa in Artikeln und Broschüren geschrieben wurde, über die Sorge, wie die Kosten für den Aufbau und die Unterhaltung der Streitkräfte getragen werden könnten, ob die Teilfinanzierung über Anleihen vertretbar sei, wie man die Devisen aufbringen könnte, für den nicht aus einer ewig gestundeten Auslandshilfe stammenden Teil der (im eigenen Lande nicht zu erstellenden) Erstausstattung ... Wie wir es damals taten, sollte man auch heute wieder sagen: wait and see, ohne sich unnütze Sorgen für 1958 und die folgenden Jahre zu machen, ob dann noch genug Devisenreserven für etwa weiterhin erforderliche „unproduktive Einkäufe“ dieser Art vorhanden sein werden. Oder: ob die Steuerkraft ausreichen werde, um das im Inland zu kaufen, was dann dringlich beschafft werden muß. Vielleicht sind dann manche anderen öffentlichen Aufgaben weniger vordringlich, so daß Ausgaben auf den Wehrhaushalt verlagert werden können; vielleicht kann man sich, bei „starker“ Konjunktur, mit Anleihen helfen; unter gegenteiligen Voraussetzungen aber wäre die expansive („inflatorische“) Wirkung einer Auflösung alter Kassenreserven ungefährlich. Das sind also keine dringlichen Sorgen.

Notwendig ist freilich jetzt, zu verhindern, daß Herrn Schäffers Schatz noch weiter anwächst, weil sich damit die Gefahr geradezu potenziert, daß er „zweckentfremdet verausgabt“, d. h. in Hilfsaktionen verpulvert wird: konjunkturpolitisch falsch, und außenpolitisch bedenklich, weil „draußen“ der Eindruck entsteht, daß es dem Bund mit dem Aufbau der Streitkräfte nicht ernst sei.

Was kann da geschehen? Man wird erstens – ein entsprechender Antrag der CDU liegt seit der Berlin-Reise des Bundestags vor und sollte nun endlich beraten werden – einen Teil der Schäffer-Milliarden auf die Geschäftsbanken verlagern, also aus dem „toten“ Geld auf dem Sonderkonto der Zentralbank erneut virulentes Geld machen, d. h. ihm wieder den Charakter einer echten finanziellen Reserve verleihen. Zweitens wäre ein Teil des Milliarden-Horts zur Tilgung von Schulden des Bundes (Ausgleichsforderungen!) einzusetzen, um dem Kreditapparat zu einer besseren Konsolidierung zu verhelfen. Drittens ist daran zu denken, daß ein erheblicher Teil der Reserven aus dem Vialon-Turm zum Ankauf der Erstausstattung an schweren Waffen – soweit sie nicht (für zwei und eine halbe