So etwas lieben die Frauen (England). Rex Harrison („Das Himmelbett“) spielt nonchalant und süßsauer einen Gentleman-Schurken, der wegen „funktionellen Gedächtnisschwunds“ gleich sechsfache Polygamie begeht, vor den Schranken Old Bailey’s erleben muß, wie ihn seine sämtlichen Exgattinnen weiterhin anbeten und der zu guter Letzt noch seiner Verteidigerin ins Garn geht. Sidney Gilliat setzte dieses bonmotgespickte typisch englische Konversationsstück (farb)prächtig in Szene.

Das Ende einer Affäre (USA). In diesem Film nach Graham Greenes Roman handelt es sich nach Greenes bewährter Formel „sex, sin and salvation“ um das religiöse Gelübde einer Frau, die auf ihren von Bombentrümmern verschütteten Liebhaber verzichten will, wenn er am Leben bleibt. Obwohl der Streifen, vor allem im Anfang, eine Reihe unglücklicher Passagen besitzt, wirkt er nachhaltig durch das Spiel Deborah Kern. (DIE ZEIT, Nr. 14/1955).

Rot und Schwarz (Frankreich). Drei Stunden dauert die endgültige Fassung dieses Streifens, zwölf hätte man gebraucht, um dieses großartige Werk Weltliteratur episodengetreu auf die Leinwand zu bannen. So gut der Film trotz seiner Streichungen und seiner Betonung des „Rot“ dank einer glänzenden Besetzung (Danielle Darrieux und Gérard Philip) auch wurde, er zeigt wie manch anderes verfilmtes Buch eins: Lest die Dichter! (DIE ZEIT, Nr. 49/1954).

Lola Montez (Deutschland-Frankreich). Unter den sensiblen Händen Max Ophüls wurde aus einem Bestseller-„Schinken“ vom Leben des Königsliebchens dennoch ein interessanter Film. Die Besetzung selbst der Episodenrollen ist auserlesen wie nur selten in Mammutstreifen dieser Art. (DIE ZEIT, Nr. 3.) Projector