Mehr Deutsch im Ausland. Das „Goethe-Institut zur Pflege der deutschen Sprache im Ausland“ stellt in den meisten Ländern der freien Welt ein wachsendes Interesse der Bevölkerung an der deutschen Sprache fest. Die Zahl der vom Institut unterhaltenen Dozenturen im Ausland hat sich daher im letzten Jahr von sechs auf zwölf erhöht. Allein die beiden Dozenten in Thailand haben 1200 Studenten zu unterrichten.

Junges Theater gefährdet. Das Hamburger „Junge Theater“, das sich in den letzten viereinhalb Jahren bemühte, jungen, unbekannten Schauspielern ein Sprungbrett zu großen Bühnen zu sein; und das Publikum mit einem zum Teil recht eigenwilligen Spielplan erfreute, ist jetzt – nach den Worten seines Leiters Friedrich Schütter – in seiner Existenz gefährdet. Die „Brücke“, in deren Räumen das Ensemble Gast ist, muß ihr bisheriges Haus räumen, weil die Universität die Räumlichkeiten beansprucht. In dem neuen der angebotenen Gebäude wären nicht nur die technischen Voraussetzungen zum Spielen nicht vorhanden, sondern auch das Publikum würde wegen der verkehrsmäßig ungünstigen Lage dem Theater fernbleiben. Alle Versuche des „Jungen Theaters“, mit der zuständigen Hochschulabteilung direkt zu verhandeln, sind bisher gescheitert.

Verleger Müller gestorben. Der 55jährige Verleger Otto Müller ist nach einer schweren Operation in Salzburg verstorben. Er gründete 1937 den „Otto-Müller-Verlag, Salzburg“ und gab Werke namhafter Autoren, unter anderem Weinheber, Trakl und die deutsche Übersetzung von Guareschis „Don Camillo“ heraus. Müller war Großoffizier des Ritterordens vom Heiligen Grabe und Inhaber des Sylvesterordens.

Folkloristisches Festival in Hamburg. Die „Finkwarder Speeldeel“ in Hamburg, die sich der Pflege der niederdeutschen Sprachen widmet, feiert ihr fünfzigjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß soll vom 4. bis 11. August ein internationales folkloristisches Festival mit Gruppen aus zehn europäischen Ländern stattfinden. Das Gelingen hängt nur noch von der Bewilligung der 20 000 Mark Unterstützung aus dem Staatshaushalt ab.

Buchpreise in USA. Den siebten nationalen Jahresbuchpreis der Vereinigten Staaten erhielt John O’Hara für seinen Roman „Ten north Frederick“. Gleichzeitig bekamen Hubert Kubly den Preis für nicht romanhafte Prosa für „American in Italy“ und W. H. Auden den Poesiepreis für „The Shield of Achilles“.

Ehrenlegion für Breitbach. Der dreiundfünfzigjährige deutschsprachige Schriftsteller Joseph Breitbach, Verfasser zahlreicher Erzählungen, Romane und Theaterstücke, wurde auf Vorschlag des französischen Kultusministeriums zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

Musikzentrum Stockholm. Das dreißigste Fest der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik findet vom 3. bis 10. Juni in Stockholm statt. Siebenundzwanzig neue Werke aus neunzehn Ländern sind zur Aufführung vorgesehen. Hans Schmidt-Isserstedt und der Schwede Sixten Ehrling werden dirigieren.

Atom-Universitäten. Um die Einrichtung von Instituten zur Förderung der Atomforschung bemühten sich die Direktoren der Universitäten und Hochschulen von Frankfurt, Marburg und Gießen bei dem kulturpolitischen Ausschuß des Hessischen Landtages. Kultusminister Hennig schätzt das Minimum zur Förderung der Atomforschung und kernphysikalischen Ausbildung auf zehn Millionen Mark.