Seitdem der Handel in Goldmünzen wieder gestattet ist, hat sich in diesen Überbleibseln der "guten alten Zeit" ein reges Geschäft entwickelt, und die steigende Nachfrage nach den alten 20-Mark-Stücken zeigt, wie groß das Interesse an den Goldmünzen verschiedener Prägungen ist. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Erwerb wertbeständiger Sachwerte! Die steigenden Grundstückspreise und kletternden Baukosten haben bei einigen sehr vorsichtigen Leuten gewisse Erinnerungen wachgerufen, aus denen sie jetzt die Konsequenzen ziehen. Bislang galt Frankreich als das klassische Land der privaten Goldhortung; augenblicklich scheint die Bundesrepublik diesem Beispiel nacheifern zu wollen.

Der Erwerb von Goldmünzen hat – wie alles in der Welt – Vor- und Nachteile. Goldmünzen sind relativ wertbeständig und zu jeder Zeit auf irgendeine Weise realisierbar, außerdem sind sie leichter transportabel als das "gewichtige" Barrengold. Gold kostet aber auch Geld. Es muß nicht nur der Anschaffungspreis aufgebracht werden, sondern zu berechnen ist ferner der jährliche Zinsverlust. In weiterem Sinne zehrt sich eine Goldmünze also mit der Zeit selbst auf. Außerdem ist sie Preisschwankungen unterworfen, so daß auch von dieser Seite Verluste eintreten können.

Der Handel in Goldmünzen ist in den letzten Jahren zu einer Wissenschaft für sich geworden. Aus den dezimierten Beständen an Goldmünzen, die das nationalsozialistische System, den Krieg und die Besatzungszeit überstanden haben, ließ sich die Nachfrage nicht decken. Da der grenzüberschreitende Goldmünzenhandel bis heute verboten ist, strömen die Münzen illegal ein. Die Organisationen, die dieses Geschäft erledigten und auch jetzt für den nötigen Nachschub sorgen, lassen sich natürlich dafür bezahlen, so daß die Münzenpreise bei uns höher liegen als im Ausland (Risikoprämie!). Der Aufpreis schreckt aber die Käufer nicht zurück. Als die Münzen in Europa knapp wurden, verfiel man auf die nicht gerade originelle Idee des Nachprägens. Durch den Versailler Vertrag mußten einige Prägestöcke für die 20-Mark-Stücke ausgeliefert werden. Sie haben offensichtlich die Kriegswirren überdauert; denn aus Italien fließen uns jetzt nagelneue 20-Mark-Stücke zu, die zwar den gleichen Feingoldgehalt besitzen, dennoch keine "echten" Münzen im eigentlichen Sinne sind und deshalb nicht voll honoriert werden können. Einige Fälschungen sind leicht zu erkennen, weil die Nachpräger in aller Eile versäumt haben, die deutsche Geschichte so weit zu studieren, daß die angegebenen Prägejahre auch in Beziehung zu den jeweiligen deutschen Kaisern stehen müssen, deren Bildnis die Münzen tragen. Das ist bei den 20-Mark-Stücken in vielen Fällen nicht der Fall. Die Fachleute der Banken vermögen die Nachprägungen an einigen Feinheiten erkennen (zu hoher und zu harter Rand usw.), dem Laien ist dies kaum möglich, Eine gewisse Vorsicht ist beim Goldmünzenerwerb also immer am Platze.

Wie sieht nun die Preisseite aus? Ausgehen muß man von dem Feingoldgehalt. 20-Mark-Stücke enthalten bei einem Passiergewicht von 8 Gramm (bei 900 Feingehalt) 7,2 Gramm reines Gold. Ein Gramm Feingold kostet etwa 5 DM, so daß sich das 20-Mark-Stück auf 36 DM stellen müßte. Verkauft wird es aber zu 44 DM, also mit einem Aufschlag von 23 v. H. Das 20-Schweizer-Franken-Stück ist zu 32 DM erhältlich und dürfte nach Goldgehalt nur 29 DM kosten. Das Agio beträgt mithin rund 10 v. H. Weil das Franken-Stück so billig ist, lohnen sich keine Nachprägungen. Weitgehend von "Fälschungen" verschont geblieben ist auch das 10-Mark-Stück (3,6 Gramm reines Gold). Es müßte 18 DM kosten; wegen seiner Seltenheit und der wenigen Nachprägungen werden bis zu 32 DM gezahlt, ein Aufschlag also von 78 v. H. Beim Tausch eines 10-Mark-Stückes gegen ein 20-Franken-Stück wird das Goldgewicht um 62 v. H. erhöht. Das 20-Dollar-Stück (Passiergewicht 33,3 Gramm) enthält für 30 Gramm reines Gold. Es kostet aber nicht 150 DM, sondern 169,50 DM. Der Aufschlag liegt nur bei 13 v. H. An diesen Preisen ist abzulesen, daß das 20-Mark-Stück überteuert ist. Wer sich also für Goldmünzen interessiert, sollte auf. andere Sorten ausweichen. Nachprägungen der 20-Mark-Stücke werden mit Abschlägen von 2 bis 4 DM gehandelt.

Goldmünzensammler werden auf diese Preisdifferenzen nicht immer Rücksicht nehmen können; denn für sie kommt es darauf an, möglichst unterschiedliche Stücke (aus verschiedenen Prägejahren) zu erwerben. Sammler haben dafür den Vorteil, daß sie für ihre Sammlungen, wenn deren Wert 50 000 DM nicht übersteigt, keine Vermögensteuer zu bezahlen brauchen. K. W.

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Die Tapetenfabrik Gebr. Rasch & Co., die in Familienbesitz befindliche oHG in Bramsche, erzielte. 1955 den bisher höchsten Umsatz von 10,5 Mill. DM. 1956 wird mit dem Anhalten der günstigen Konjunktur gerechnet. Die Preise wurden trotz gestiegener Unkosten gesenkt. Der Export konnte weiter gesteigert werden. Die Tapeten, entworfen von Künstlern des In- und Auslandes, trugen dazu bei, neue Absatzmärkte zu erschließen. In England haben diese Tapeten ein auffallendes Käufer-, und Presseecho gefunden. Zum erstenmal gelang es im vergangenen Jahr in den USA Fuß zu fassen.