Ruhiges Lehnen an der alten Fensterbank im Schatten des Münsters, breitschultrig mit dem spitzen Helm. Bei den Platanen dunkelt es schon. Der Kopf des Mädchens liegt unter dem Arm der Mutter, müde vom Spiel, und die losen Haare streicheln das Holz. Die Ältere sieht ins Leere, das sich in den Schnittlauchtöpfen der Nachbarin sammelt.

Die Uhren schlagen halb. Ich darf nicht vorschreiten in der Erkenntnis des Abends. Weit, unabsehbar weit dehnt sich die Ebene, über deren zuckendem Boden die plombierten Himmel hängen. Mach keine Geste in dem grauen Licht: es ist kein Grund zur Verzweiflung. Stoß keinen Ruf aus: es sind Dinge in Vorbereitung.

Rühre dich nicht.

Die Fläche ist der Treffpunkt aller sich durchfahrenden Perspektiven. Die Fläche tönt als Dimensioniertheit schlechthin, die in der Sphärenmusik vernehmbar wird. Sie verbindet alles mit allem, sie konzentriert die universalen Beziehungssysteme.

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Das Universum ist nicht vor uns, sondern Mitte der Welt, in der wir geborgen sind. Das Bild zelebriert mit Farben und Formen dieses Geborgenseins. Die Perspektive bringt das Bild, bringt alles Geschaute vor uns und vertreibt uns aus dem Geborgensein.

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Das Schöne ist kein Halt, kein sichernder Kanon, der als solcher immer fern von uns vorgestellt werden muß, sondern das Schöne ist die Entsicherung selbst, durch die wir den Atem des Universums spüren.