Keine chinesische Schrift mehr. Der chinesische Staatsrat in Peking hat Versuche eingeleitet, die vielen tausend Schriftzeichen durch Einführung des lateinischen Alphabets zu ersetzen, um jedem Chinesen das Lesen und Schreiben zu ermöglichen. Hinzugefügt werden sollen fünf neue Buchstaben, um der Lautarmut der nordchinesischen Sprache gerecht zu werden. Die Schriftreform wird nicht auf die alte Literatur ausgedehnt.

Er mag sich selbst nicht mehr. Eine überraschende Entdeckung machte der bekannte italienische Maler Georgio de Chirico in der Galerie für Moderne Malerei in Mailand. Er fand dort ein Bild, das zwar seine Signatur trägt, aber nie von ihm gemalt wurde. Chirico verlangte die Beschlagnahme des Bildes. Die Polizei jedoch steht seiner Forderung skeptisch gegenüber: denn Chirico, der seine eigenen Frühwerke nicht mehr mag und ihre Vernichtung betreibt, hat derartige "Entdeckungen" schon öfter gemacht.

Solidarität hilft. Der spanische Regisseur Antonio Bardem, der vor etwa vierzehn Tagen in Valencia während der Dreharbeiten zu dem französisch-spanischen Gemeinschaftsfilm "Cal le Mayor" verhaftet worden war, wurde am vergangenen Donnerstag von den spanischen Behörden wieder auf freien Fuß gesetzt. Seine schnelle Freilassung wird nicht zuletzt auf die heftige Reaktion zurückgeführt, die seine Verhaftung in Frankreich hervorgerufen hatte.

Zeitungen verboten. Die französische Zeitung "Combat" meldet, daß im Zusammenhang mit den Studentenunruhen in Madrid fünf spanische Kultur-Zeitschriften verboten wurden. Es sind dies die Literaturblätter "Insula", "Indico", "Alcalá" und "Aldbebarán", ferner die Filmzeitschrift "Objectivo".

Geerdes zehn Jahre beim Funk. Als erster deutscher Nachkriegsintendant an einem Rundfunksender kann der dreiundfünfzigjährige Walter Geerdes nun auf eine ununterbrochene, zehnjährige Tätigkeit an Radio Bremen zurückblicken. Unter seiner Leitung hat sich Radio Bremen von einem kleinen provisorischen Rundfunk mit zweistündiger Sendedauer zu einer modernen Rundfunkanstalt mit drei Programmen und einer Tagesspielzeit von zwanzig Stunden entwickelt.

Sic transit... Die Stadtmauern des alten Byzanz sind am 21. Februar durch ein Erdbeben zerstört worden.

Preisausschreiben um Buddha. Die Lalitkala-Akademie in Neu-Delhi veranstaltet unter der Schirmherrschaft der indischen Regierung einen internationalen Wettbewerb für den Entwurf eines monumentalen Buddha-Denkmals. Das Denkmal soll zum 2500. Geburtstag des Religionsstifters Gautama Buddha im Jahre 1960 fertiggestellt sein. Drei Preise im Gesamtbetrag von 20 000 Mark sollen verteilt werden.