n. k., Schleswig

Schlug doch der Bürgermeister von Schleswig, Dr. Kugler, seinem Magistrat vor, ein Storchennest auf dem Dache des städtischen Entbindungsheimes einzurichten. "Die Säuglinge, die nach der herkömmlichen Anschauung der Storch bringt, bevölkern das Heim leider in unzureichender Zahl", plädierte Dr. Kugler für sein "Mahnmal".

Der Magistrat war von dem Vorschlag nicht begeistert. "Wir machen uns damit nur lächerlich", meinten die Ratsherren, und schließlich: Wer bewegt Freund Adebar, ein im "sozialen Nestbau" errichtetes Nest tatsächlich zu, beziehen? Der Gedanke. an ein leerbleibendes Nest – ein böses Omen gerade an dieser Stelle – dämpfte auch den Optimismus des Tier- und Menschenfreundes Kugler. Soll man es riskieren?

Die letzte Entscheidung darüber fällt bei den Haushaltsberatungen. Denn die Einrichtungskosten für das Nest müssen bewilligt und verbucht werden. Sollte man im Etat vielleicht einen neuen Posten "Werbungskosten für Geburtenförderung" einrichten?