Beeinträchtigt durch die Schwierigkeiten bei der Aufstellung der DM-Eröffnungsbilanz und die verzögerten Überprüfungen der Aufsichtsinstanzen war in der Vorlage der Versicherungsbilanzen in der vergangenen Zeit ein Rückstand aufgetreten, der für die Börse ebenso unangenehm war wie für die Publizistik, die praktisch jahrelang nur mit "historischen" Bilanzen zu arbeiten hatte. Dieser Zustand ist jetzt glücklicherweise beseitigt, so daß den Abschlüssen der Versicherungswirtschaft heute wieder eine hochaktuelle Bedeutung zukommt.

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Die Nordstern Allgemeine Versicherungs-AG, Köln-Berlin, hat jetzt ihren Jahresabschluß für 1954 verabschiedet und beabsichtigt, im kommenden Sommer bereit; den Geschäftsbericht für 1955 vorzulegen. Nach vorläufigen Schätzungen erzielte die Nordstern-Gruppe, die zu 100 v. H. an der Nordstern Rückversicherungs AG und mit Aktienmajorität an der Nordstern Lebensversicherungs AG beteiligt ist, in 1955 Prämieneinnahmen von 170 Mill. DM gegenüber 150 Mill. in 1950. Die Nordstern Allgemeine Versicherung zahlte für 1954 auf ihr 4 Mill. betragendes AK wieder 8 v. H. Dividende. – Die Nordstern Lebensversicherungs-AG, Köln, verzeichnet für 1951 eine Bilanzsumme von 126,7 (100,9) Mill. DM. Der Versicherungsbestand beträgt gegenwärtig mehr als 625 Mill. Die HV wird für März einberufen und soll über einen Vorschlag der Verwaltung entscheiden, der eine Dividende von 8 v. H. auf das voll eingezahlte AK von 1,5 Mill. DM vorsieht.

Die Deutscher Herold Volks- und Lebensversicherungs-AG, Bonn, wartet für 1954 mit 9. H. Dividende auf. Die Versichertendividende für 1956 beträgt bei den Haupttarifen in der "Großen Lebensversicherung" 25 (20) v. H. einer Jahresprämie, in der "Kleinen Lebensversicherung" 15 (12) v. H. Die Gewinnreserve der Versicherten erhöhte sich auf 43,7 (36,4) Mill. In 1955 ist die günstige Entwicklung weitergegangen. Die Prämieneinnahme stieg auf 45 (45,5) und der Versichertenbestand auf etwa 975 (893,1) Mill. DM. Als typisch für die Kapitalanlagen ist der Posten "Schuldscheinforderungen" mit 78,5 (57,8) Mill. anzusehen, der knapp die Hälfte der Kapitalanlagen, die mit 187,3 (154) Mill. DM ausgewiesen werden, ausmacht. Sowohl von der Zins- als auch von der Steuerseite her sind die – im Rahmen des Sonderprogramms der Versicherungswirtschaft – auf diese Weise besonders an die Grundstoffindustrien gegebenen Gelder besonders interessant. Dem Geschäftsbericht ist nicht zu entnehmen, ob die Herold-AG auch Aktien in ihrem Portefeuille hält. Es wird lediglich festgestellt, daß der Bestand an Wertpapieren durch Erwerb von Pfandbriefen und Kommunalobligationen um 3,3 auf 9,8 Mill. vergrößert wurde. Bei einem Börsenkurswert von 12,4 Mill. ist hierin eine beträchtliche stille Reserve enthalten.

Die Karlsruher Lebensversicherung AG, Karlsruhe, hat im Geschäftsjahr 1955 mit 212 Mill. DM Versicherungssumme den bisher größten Antragszugang seit ihrem Bestehen erzielt. Der gesamte Bestand belief sich Ende 1955 auf gut 1,35 Mrd. DM Versicherungssumme, gegenüber rd. 896 Mill. DM Ende 1954. Die Prämieneinnahme ist 1955 auf 44,5 (i. V. 41,6) Mill. DM gestiegen.

Der HV der Schlesischen Feuerversicherungs-Gesellschaft, Köln, wurden die Abschlüsse 1953 und 1954 vorgelegt, dem AR und Vorstand Entlastung erteilt und die Ausschüttung einer Dividende von je 8 v. H. einstimmig beschlossen. Die Vorstandsberichte bezeichnen den Geschäftsverlauf in der Sachversicherung für beide Jahre als zufriedenstellend, ungünstig sei das Allgemeine Haftpflicht- und sehr schlecht (namentlich für die Rückversicherer) das Kraftfahr-Geschäft verlaufen.

Das Großlebensgeschäft der Isar Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft, München, ist gegenüber dem Vorjahr um 15 v. H. gestiegen. Insgesamt wurden Lebensversicherungen über eine Summe von 61,5 Mill. abgeschlossen. Bei einem Nettozuwachs von rund 40 Mill. beträgt der Bestand jetzt 306 Mill. DM. Die Prämieneinnahme hat sich auf über 11 Mill. DM erhöht. Seit der Währungsumstellung gelangten über 21,8 Mill. DM an die Versicherten zur Auszahlung.