Die Zündapp-Werke GmbH‚ Nürnberg-Müneben, hatte 1955 einen Umsatz von 103,54 Mill. DM; gegenüber dem Vorjahr (84,77 Mill. DM) bedeutet das eine erhebliche Steigerung. Im Berichtsjahr hat die Gesellschaft allein 44 520 Motorräder und Roller hergestellt, das sind über 6500 Einheiten mehr als im Vorjahr Die Hauptnachfrage richtete sich dabei auf den Motorroller. Das Exportgeschäft hat weiter zugenommen und machte 1955 ein Drittel der Gesamtproduktion aus. Wie Generaldir. H. F. Neumeyer in einem Oberblick über das Geschäftsjahr 1955 feststellt, konzentriert sich der Motorrad- und Rollermarkt immer mehr auf einige Großfirmen. Aus der Zulassungsstatistik geht hervor, daß nur fünf Firmen 10 000 und mehr Zulassungen zu verzeichnen haben; nur drei Firmen liegen bei den Zulassungen über 20 000; dazu zählen die NSU, DKW und Zündapp.

Das Münchener Werk hat 1955 ebenfalls zufriedenstellend gearbeitet. Von der jetzt angelaufenen Serienfertigung einer automatischen Zick-Zack-Nähmaschine verspricht sich die Verwaltung einen entscheidenden Vorsprung vor der Konkurrenz. Der fortschreitenden Entwicklung zum gedeckten Kabinenfahrzeug hat die Gesellschaft nach den Ausführungen Neumeyers Rechnung getragen. Diese Entwicklung wird jetzt beschleunigt vorangetrieben. Wie in diesem Zusammenhang in Fachkreisen verlautet, wird Zündapp voraussichtlich ein "Mobil" als reines Gebrauchsfahrzeug auf den Markt bringen Die Gesellschaft beschäftigte Ende 1955 rd. 3840 Personen. W.

In den Frankfurter Adler-Werken haben über einhunderttausend Schreibmaschinen 1955 das Band verlassen. Es ist das erste Mal, daß die Frankfurter Fabrik, die auch Motorräder, Motorroller und Werkzeugmaschinen herstellt, in einem Jahr 100 000 Schreibmaschinen produziert hat. Der Gründer der Adler Werke, Heinrich Kleyer, hatte 1897 die erste deutsche Schreibmaschine konstruiert, von der 1899 bereits 900 Stück gebaut wurden. 1936 waren 500 000 Adler-Schreibmaschinen in aller Welt im Gebrauch. Nach den schweren Schäden durch Krieg und Demontage erreichte die Produktion 1947 bereits wieder 20 000 Schreibmaschinen; ein Jahr später hatte sich die Zahl wiederum verdoppelt. 1951 wurde das Produktionsprogramm für Schreibmaschinen auf drei Typen erweitert. Bis Ende 1954 waren rd. 1 Mill. Adler-Schreibmaschinen auf den Markt gekommen. Die Gesellschaft exportiert ihre Schreibmaschinen zur Zeit in etwa 80 Länder der Welt.

Rinn & Cloos AG, Heuchelheim bei Gießen. Bei diesem zu den größten deutschen Zigarrenfabriken zählenden Unternehmen, das im vergangenen Jahr sein 60jähriges Bestehen feiern konnte, ist in 1954 der Jahresertrag auf 7,53 (1953: 8,08) Mill. DM zurückgegangen. Es verblieb ein Gewinn von 0,17 Mill. DM, der sich durch den Vortrag auf 0,30 Mill. DM erhöht. 1953 war ein Verlustvortrag aus 1952 mit 0,07 Mill. DM zu decken.