Wie die zur Borgward-Gruppe gehörende Lloyd Motoren Werke GmbH, Bremen, gelegentlich einer Pressekonferenz mitteilte, übertrifft das sich in ungewöhnlich hohen Auftragseingängen abzeichnende Frühjahrsgeschäft schon jetzt die Produktion. Das Werk lieferte im vergangenen Jahr 58 843 Personenwagen, Kombi- und Lieferwagen einschl. Großraum-Personenwagen aus und erreichte damit gegenüber 1954 eine Produktionssteigerung um 73 v. H. Einen besonderen Aufschwung erhielt das Werk, das sich bisher auf die Produktion von Fahrzeugen mit einem 400-ccm Zweizylinder-Zweitakt-Motor beschränkte, durch den Ein bau des 600-ccm-Viertakt-Motors in die weiterentwickelte und völlig neuzeitlich gestaltete Ganzstahl-Karosserie Heute erreicht die Tagesproduktion rund 250 Einheiten, davon entfallen schon jetzt 210 Wagen auf den 600-ccm-Typ. Bemerkenswert ist übrigens eine Untersuchung, die das Werk über die Farbenwünsche der "Lloyd"-Käufer angestellt hat: 35 v. H. aller Käufer entscheiden sich für lichtgrau, 30 v. H. für aeroblau; mit Abstand folgen dann graphitgrau und nilgrün.

Mit gutem Recht sieht die Werksleitung die Absatzchancen für ihre Erzeugnisse als weiterhin recht günstig an. Die Zahlen der Zulassungsstatistik für Personen- und Kombinations-Kraftwagen, in der der "Lloyd" an dritter Stelle rangiert, bestätigen deutlicher als alles andere, daß dieser Kleinwagen aus Bremen zu einem der meistgefahrenen Kraftwagen auf Deutschlands Straßen geworden ist. Während von allen Wagenbesitzern im Bundesgebiet nur 17 v. H. Arbeiter, Angestellte und Beamte sind, beläuft sich der Prozentsatz dieser drei Berufsgruppen bei den "Lloyd"-Käufem auf rund 60 v. H. Von der Gesamtproduktion gehen 22 v. H. ins Ausland. An der Spitze der Abnehmer stehen Schweden mit 300 Einheiten je Monat, Österreich mit 250, die Schweiz mit 100 und Belgien mit 60 Einheiten. Auch der Übersee-Export entwickelt sich immer stärker. Im ersten Halbjahr 1956 werden 300 "Lloyd"-Wagen nach Südafrika verschifft werden; Australien und Uruguay stehen ebenfalls mit nennenswerten Zahlen auf der Exportliste. Schon jetzt ist abzusehen, daß die modernen Montagehallen, in denen 4600 Beschäftigte werken, eines Tages nicht mehr ausreichen. -zke.

Bosch senkt Kühlschrankpreise. Die Robert Bosch GmbH hat seit kurzem die Preise für drei Kühlschrankmodelle gesenkt, und zwar ist der Preis für den 125 S von 698 auf 657 DM, der für den 170 S von 825 auf 798 DM und der für den 170 SG von 895 auf 868 DM ermäßigt worden.

Die Osram GmbH, Berlin, hat mit rund 11 000 Beschäftigten in ihren Werken in Westberlin und der Bundesrepublik den Produktionsstand vor Beginn des zweiten Weltkrieges teilweise beträchtlich überschritten. Diese Mitteilung machte Vorstandsvorsitzer Dr. Dr. A. R. Meyer auf der ersten Nachkriegs-Jubilarfeier des Unternehmens, wobei er auf die hohen Sozialleistungen hinweisen konnte. Allein im Geschäftsjahr 1954/55 sind für Ruhegehälter und Witwenrenten etwa 1,6 Mill. DM an über 1700 Empfänger gezahlt worden. Ferner wurden u. a. seit Kriegsschluß 58 Stipendien gewährt.