Pinay in Genf, Oktober 1955:

Wenn wir für einen verstärkten Gedankenaustausch und für verstärkte kulturelle Beziehungen zwischen der Sowjetunion und unserem Lande eintreten, dann zögern wir nicht, jene Hindernisse zu erwähnen, die in der verschiedenen Struktur unserer beiden Zivilisationen liegen. Wir haben bei uns kein System der Reglementierung der Meinungen und Gedanken. Soll ein Austausch zwischen uns harmonisch und ausgeglichen sein, so muß er diese Unterschiedlichkeit berücksichtigen ...

Meine Regierung schlägt vor, auf die Errichtung von Informationszentren in unseren Hauptstädten hinzuarbeiten, zu denen die Staatsangehörigen beider Länder freien Zugang hätten. Sie schlägt ferner eine Lockerung des Grenzverkehrs für Zeitungen, Bücher und Zeitschriften vor. Sie verlangt schließlich, es unseren in der Sowjetunion akkreditierten Pressekorrespondenten zu ermöglichen, durch freien Zugang zu den normalen Informationsquellen ihre Aufgabe zu erfüllen."

Die Antwort Molotows:

"Nach unserer Auffassung wird die Entwicklung von Kontakten zwischen Ost und West nur dann erfolgreich sein, wenn sie auf der Entwicklung der Wirtschaftsverbindungen zwischen den Staaten basiert, was ohne normale Entwicklung des Handels zwischen ihnen undenkbar ist. Auf den Wegen normaler Entwicklung des Handels zwischen den Ländern gibt es jedoch nicht wenig Hindernisse – künstlich aufgetürmte Barrieren. Allgemein bekannt sind jene Diskriminierungsmaßnahmen, die von einer Reihe Länder gegenüber der Sowjetunion und mehreren anderen Staaten praktiziert werden. Zu diesen Maßnahmen gehören beispielsweise das Verbot des Exports vieler Wären ...

Angesichts dessen ist die Sowjetdelegation der Auffassung, daß der Sachverständigenausschuß in erster Reihe die Frage der Beseitigung der bestehenden Diskriminierungsmaßnahmen behandeln müßte, die die Entwicklung wirtschaftlicher Verbindungen zwischen den Staaten hemmen ...

Nicht wenig ist ferner in der Entwicklung von Kontakten auf dem Gebiete der Kultur, der Wissenschaft und der Technik zu tun. Nützlich werden Maßnahmen zum Erfahrungsaustausch in der Industrie und Landwirtschaft, wird eine Verstärkung des Austausches von Delegationen Kulturschaffender und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und wird eine Entwicklung der Touristik sein."