Daß die Deutsche Bundespost Tag für Tag mit bewundernswerter Findigkeit unleserlich oder unzulänglich adressierte Postsendungen zustellt, muß immer wieder gerühmt werden. Daß sie trotz aller Rationalisierungsbemühungen in technischer Hinsicht noch längst nicht alle Wünsche ihrer Kunden erfüllt, weiß sie selbst, und daß sie in künstlerischer Hinsicht bei ihren Briefmarkenserien leider zu oft ins berühmte Fettnäpfchen tritt, hat sich nun schon bis zum Dienstzimmer des Bundespostministers herumgesprochen. Aber daß ein Einschreiberief von Hahnenklee (Harz) nach dem benachbarten Detmold 14 Tage braucht und Briefsendungen von Bünde nach Hamburg 2 1/2 Tage und von Hamburg nach Heidelberg 3 Tage unterwegs’sind, übersteigt doch wohl die Grenze dessen, was der steuerzahlende Staatsbürger als Kunde einer staatlichen Posteinrichtung nachzusehen bereit ist. Sind das nun allgemeine Müdigkeitserscheinungen unter dem Einfluß der Februarkälte gewesen oder aber doch nur menschliche Unzulänglichkeiten? –zke.