Dem Wochenbericht über die Weltrohstoffmärkte der Hamburger Kreditbank A. G., dem Nachfolge-Institut der Dresdner Bank in Norddeutschland, entnommen.

An den Weltwarenmärkten machte sich in der vergangenen Woche bei zahlreichen Welthandelsgütern ein leichter Rückgang der Notierungen bemerkbar. So konnten die Mehrzahl der Getreidenotierungen und – mit Ausnahme von Jute – sämtliche Textilfaserpreise die Durchschnittsnotierungen der vergangenen Woche nicht halten. Auch die Kautschuknotierungen schwächten sich in London und New York weiter ab. Einen Anstieg wiesen bei den Nahrungs- und Genußmitteln Zucker und Kakao auf. Die Preise für verfügbaren Rohzucker wurden mehrmals heraufgesetzt. Bei den NE-Metallen zogen vor allem bei Kupfer die Kassapreise weiterhin an. Die verstärkten Bemühungen der chilenischen Regierung, den Abgabepreis für Kupfer in den USA heraufzusetzen und die allgemein als unzureichend angesehenen Kupfervorräte bestärkten diese Tendenz.

Getreide: Die Notierungen an den nordamerikanischen Getreidebörsen entwickelten sich innerhalb der Berichtswoche uneinheitlich. Die noch bestehende Unsicherheit über die künftige US-Agrargesetzgebung ließ die Nachfrage in Weizen, Hafer und Mais zurückgehen. Demgegenüber konnten sich die Preise für Roggen und Gerste gegenüber der Vorwoche erholen. Das US-Landwirtschaftsministerium hat bekanntgegeben, es wolle mit den Handelsverbänden zusammenarbeiten, um ausländische Absatzmärkte für überschüssigen Weizen aus den USA zu erschließen. Dieses Weizenprogramm soll teilweise durch Währungen der Abnehmerländer, die bei dem Ministerium durch Verkäufe seiner Uberschußgüter anfallen und zu einem anderen Teil durch Dollar-Zuschüsse des Handels finanziert werden. Das erste Land, in dem dieses Programm angewendet werden soll, ist Kolumbien.

Öle und Fette: Bei lebhaftem Marktverlauf konnten sich die Preise für Leinsaat und Leinsaatöl sowie für Sojabohnen weiter erholen. Wesentlich trug hierzu die Ankündigung bei, daß Präsident Eisenhower bei der nächsten Wahl wieder kandidieren werde. In US-Sojabohnen wurden begrenzte Abschlüsse mit der Bundesrepublik getätigt. Am New Yorker Schmalzmarkt war die Geschäftstätigkeit begrenzt. Infolge der schwachen Schweinenotierungen konnten sich auch die Preise für raffiniertes Schweineschmalz kaum erholen.

Zucker: Am New Yorker Zuckerterminmarkt war die Tendenz recht fest. Unter dem Einfluß einer verstärkten Nachfrage nach Rohzucker aus der Weltmarktquote erreichten einige Termine neue Höchststände Die Preise für verfügbaren Rohzucker wurden mehrmals heraufgesetzt. Die feste Verfassung des Marktes wird teilweise auf die Ungewißheit über den Ausfall der diesjährigen Zuckerrübenernte (Frostschäden) und auch auf eine verstärkte Nachfrage des Auslands zurückgeführt.

Kaffee: Am New Yorker Kaffeemarkt ist die seit Ende Dezember anhaltende Aufwärtsbewegung der Preise auf den wachsenden Widerstand der Verarbeiter gestoßen, der eine erhebliche Zurückhaltung der Nachfrage auslöste. Santos Nr. 4 in verfügbarer Ware fiel leicht zurück. Die US-Röstereien sind nach Meldungen aus New York für die bevorstehende Zeit des saisonalbedingten Verbrauchsrückgangs ausreichend bevorratet.

Kakao : Die Preisbesserung der vergangenen Woche am New Yorker Kakaomarkt konnte sich auch in der Berichtswoche durchsetzen. Am Londoner Verschifffungsmarkt machte sich dagegen unter dem Eindruck von verstärkten Verkäufen von Kakao in schwimmenden Lieferungen eine gewisse Schwächeneigung bemerkbar.