Die 12 000 Neuerscheinungen des Herbstes 1955 sind noch nicht gelesen, die meisten Bücher noch nicht einmal als Titel in das Bewußtsein des interessierten Lesers gedrungen, da stehen wir schon wieder vor einer neuen Buchproduktion: Am 15. März pflegen die deutschen Verlage ihre Frühjahrsnovitäten dem Buchhandel auszuliefern. Gott sei Dank sind diese Frühjahrsbücher keine 12 000. Ja, es sieht sogar so aus, als ob viele Verlage sich diesmal, was die Quantität anbelangt, berechtigte Zurückhaltung auferlegt hätten. Dennoch scheint es uns auch diesmal nötig, bevor wir einzelne Bücher kritisch besprechen, einen Überblick über die Neuerscheinungen zu geben, die auf den ersten Blick am wichtigsten erscheinen. Wenn unsere Liste so auch keine Vollständigkeit in Anspruch nehmen kann, so wird sie dem kritischen Leser zur ersten Orientierung vielleicht doch geeigneter erscheinen als das wahllose Abdrucken von Verlagsprospekten. Eine eingehende Würdigung der hier angekündigten Titel wird dann im Laufe der nächsten Wochen auf dieser Seite geschehen.

Athenäum-Verlag, Bonn:

Arnold Gehlen: Urmensch und Spätkultur"

Bertrand Russell: "Dennoch siegt dieVernunft – Der Mensch im Kampf um sein Glück"

Bertelsmann-Verlag, Gütersloh:

Gerhart Hauptmann: "Atlantis" (Roman)

Lothar Blanvalet-Verlag, Berlin: