Bei dem Motorenbenzin spricht man in Amerika bereits von einer "Octanrace", einem Rennen der Ölgesellschaften um die Steigerung der als Gradmesser der Klopffestigkeit dienenden Oktanzahlen. Für die Benzinqualität hat man auch in Westdeutschland in der Nachkriegszeit sehr viel getan. Einige hundert Mill. DM wurden investiert, um katalytische Crack- und Reforminganlagen zu bauen, in denen das durch thermische Destillation gewonnene sogenannte Top-Benzin weiter veredelt wird.

Das Streben nach äußerster Qualitätsverbesserung greift jetzt auch auf den Nachbartreibstoff des Benzins, den Dieselkraftstoff, über. Als erste einer Reihe von Ölgesellschaften, die gleichfalls den Bau von Anlagen zur Qualitätsverbesserung von Dieselkraftstoff in Angriff genommen haben oder planen, nahm die Es so AG kürzlich auf ihrem Raffineriegelände in Hamburg-Harburg eine sogenannte Hydrofining-Anlage in Betrieb, in der jährlich 300 000 t Gasöl qualitativ veredelt, d. h. hauptsächlich entschwefelt werden sollen. Die Anlage erforderte einen Kapitalaufwand von 12 Mill. DM. Der im Gasöl enthaltene Schwefel wird in dem Hydrofiner durch Anwendung hochaktiver Katalysatoren unter Zugabe von Wasserstoff bei niedrigen Temperaturen und Drücken aus dem Gasölmolekül abgespalten. Auf diese Weise wird der Schwefelgehalt unter 1 v. H. gesenkt, gleichzeitig werden die ungesättigten Kohlenwasserstoffe aus minderwertigem Gasöl abgesättigt.

Das gewonnene Produkt zeichnet sich durch Zündwilligkeit, hohe Ergiebigkeit und Kältefestigkeit aus. Einspritzdüsen, Filter und Leitungen der Motoren bleiben sauber. Besonders wichtig ist auch, daß der im Hydrofining-Verfahren gewonnene schwefelarme Dieselkraftstoff eine größere Lagerbeständigkeit hat. Schließlich ermöglicht die Anwendung des Hydrofining-Verfahrens die Steigerung des Ausbeuteanteils an Dieselkraftstoff aus den verarbeiteten Rohölen, eine Tatsache, die im Hinblick auf die starke Nachfrage nach Dieselöl in Westdeutschland besonders wichtig ist. ast

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Goliath-Werke konnten neue Exportmärkte erschließen. Das Werk Goliath der Bremer Borgwardgruppe konnte im Februar über 400 neue Arbeitskräfte einstellen, nachdem für den Dreirad-Lieferwagen "Goli" und dem Goliath-Personenwagen neue Exportmärkte erschlossen und die Produktion ausgedehnt werden konnte. Als neue Auslandsabnehmer für die Goliath-Fabrikate verzeichnet das Bremer Werk Australien, Neuseeland, Argentinien, Südafrika und Thailand.