An den "Expeditionen in die Bereiche außerhalb der Erde" werden, wie der Osservatore Romano, das offizielle Organ des Vatikans, bekanntgegeben hat, auch Priester teilnehmen. Die Kirche ist an den sich aus der Weltraumschiffahrt ergebenden theologischen Problemen naturgemäß sehr interessiert. Der amerikanische Theologieprofessor Pater Conell hat in einem in Amerika stark beachteten Aufsatz bereits einige problematische Fragen gestellt: Stammen die vielleicht menschenähnlichen Wesen auf anderen Planeten auch von Adam und Eva ab? Ist Christus auch für sie am Kreuz gestorben? Wenn man die zweite Frage verneint, so müsse die Theologie nach Ansicht des Paters zu dem Schluß kommen, daß Mars-Menschen oder ähnliche Wesen noch heute im paradiesischen Zustand der Schuldlosigkeit leben. Der Rektor der katholischen Universität von Mailand, der Franziskanerpater Gemelli, allerdings meinte in seiner Erwiderung auf die Veröffentlichung Conells, die Heilige Schrift enthalte nicht die leiseste Andeutung der Möglichkeit einer Existenz menschenähnlichen Lebens außerhalb der Erde, und es sei auch nicht einzusehen, welchen Zweck Gott mit der Schöpfung solchen Lebens verfolgt haben könnte. Eine Urzeugung aus unbelebter Materie sei unmöglich, weil dadurch Gott geleugnet würde. Andere Theologen des Vatikans behaupten jedoch, gerade die Argumentation Gemellis leugne die Allmacht Gottes. Ein Hinweis auf die offizielle Haltung der Kirche zu diesen Problemen ist in dem Artikel des Osservatore Romano nicht enthalten. Die Frage ist also, können wir von den Mars-Menschen paradiesische Unschuld lernen, oder sie von uns, wie man ein Paradies in ein Jammertal verwandelt. J. P.