Die staatliche Holdinggesellschaft des Landes Niedersachsen, die beteiligungsreiche "Niedersachsen GmbH", hat endlich ihre Bilanz veröffentlicht. Kurze Zeit zuvor hat das Finanzministerium im Landesetat zum erstenmal die Erträge der einzelnen Beteiligungen der "Niedersachser GmbH" angegeben. Beide Ereignisse sind zu begrüßen und gewiß auf der einen Seite dem ständigen Drängen des Bundes der Steuerzahler und der Öffentlichkeit und auf der anderen Seite der Aufgeschlossenheit der neuen Regierung zu danken,

Das gesamte Stammkapital der Holdinggesellschaft in Höhe von 11,4 Mill. DM befindet sich zu 81,2 v. H. in Händen des Landes Niedersachsen und zum Rest beim Braunschweigischen Vereinigten Kloster- und Studienfonds. Für das Geschäftsjahr 1954 ist ein Gewinn von 0,5 Mill. DM ausgewiesen, der sich unter Verwendung des Vortrages auf 0,66 Mill. DM erhöht und aus dem eine Dividende von 5 (Vorj. 4) v. H. gezahlt werden soll. 88 000 DM werden auf neue Rechnung vorgetragen. Nach Meinung der Geschäftsführung hat sich die Gesellschaft im Geschäftsjahr 1955 weiter günstig entwickelt.

Ein so günstiges Bild trotz der in der Vergangenheit vor allem bei der Tochtergesellschaft NTG entstandenen hohen Verluste ist fastausschließlich der Hauptbeteiligung ("Unterharzer Berg- und Hüttenwerke GmbH Goslar") zuzuschreiben. Am Grundkapital dieser Gesellschaft in Höhe von 28 Mill. DM ist die "Niedersachsen GmbH" mit 12 Mill. DM (42,8 v H.) beteiligt. Den Mehrheitsanteil mit 16 Mill. DM hält die Preußag. Der "Niedersachsen GmbH" sind 1954 aus dem Organschaftsverhältnis mit den Unterharzer Berg- und Hüttenwerken 7,2 Mill. DM zugeflossen. In der Gewinn-, und Verlustrechnung für 1954 sind nun die Gesamterträge der "Niedersachsen GmbH" aus Beteiligungen mit insgesamt 7,46 Mill. DM ausgewiesen. Was also aus den so zahlreichen übrigen Beteiligungen an die "Niedersachsen GmbH" geflossen ist, kann nur als spärlich bezeichnet werden.

Der Etatentwurf des Landes teilt über die wesentlichen Beteiligungen mit, daß die "Niedersachsen GmbH" 1954 aus ihrer Beteiligung an der "Deutschen Asphalt AG der Limmer und Vorwohler Grubenfelder" (Dasag) in Höhe von 1,4 Mill. DM eine Dividende von 5 v. H. erhalten habe. Bei den "Vereinigten Baustoff Werken Bodenwerder GmbH" (Beteiligung – 1,9 Mill. DM) seien Gewinne vorerst nicht zu erwarten, da zunächst der Verlustabgedeckt werden müsse. Für 1953 wird hier ein Verlust von 1,5 Mill. DM angegeben. Bei der hundertprozentigen Beteiligung an der "Braunschweigischen Bohrgesellschaft mbH Braunschweig (Beteiligungshöhe 1,0 Mill. DM) wird 1954 ein Verlust von 1875 DM. ausgewiesen Der Verlust 1953 sei durch den Gewinn 1954 bis auf diesen Restbetrag abgedeckt worden. Einen Gewinn von 165 735 DM in 1954 hat die "Fürstenberger Porzellanfabrik AG Fürstenberg" ausgewiesen und daraus eine Dividende von 6 v. H. gezahlt! an dieser Gesellschaft ist die "Niedersachsen GmbH" mit 528 000 DM (35,2 v. H.) beteiligt. – Die Beteiligungsgesellschaft Norddeutsche Homogenholz" ist in "Norddeutsche Holzwerkstoff GmbH Triangel" umbenannt worden. Für 1953 wird hier ein Verlust von 0,47 Mill. DM genannt. Der Verlust würde abgedeckt werden, da das Unternehmen mit Gewinn arbeite. Am Grundkapital dieser Gesellschaft ist die "Niedersachsen GmbH" mit 1,88 und das Land Niedersachsen unmittelbar mit 0,21 Mill. DM beteiligt.

Bei der Beteiligung "Deutsche Messe - und Ausstellungs AG" ist für 1954 ein Verlust von 0,6 Mill. DM ausgewiesen. Der Anteil der "Niedersachsen GmbH" an dieser Gesellschaft ist mit 2,97 Mill. DM angegeben, der des Landes unmittelbar mit 2,2 Mill. DM. Über die hundertprozentige Beteiligung "Nieders. Treuhand - Verwaltung GmbH" (NTG) heißt es, daß für diese in Liquidation befindliche Gesellschaft Abschlüsse noch nicht vorlägen. Die Höhe der Beteiligung ist mit 3,5 Mill. DM angegeben. – Bemerkenswert ist in der Bilanz der "Niedersachsen GmbH" zum 31. Dezember 1954, daß der Hauptposten beim Umlaufvermögen in Forderungen an Konzerngesellschaften mit 9,0 Mill. DM besteht t. d.