Dem Wochenbericht über die Weltrohstoffmärkte der Hamburger Kreditbank A. G., dem Nachfolge-Institut der Dresdner Bank in Norddeutschland, entnommen.

Die Grundtendenz auf den Weltwarenmärkten war während der Berichtswoche wiederum uneinheitlich. Unter Führung von Weizen setzte sich schließlich auf den US-Getreidemärkten eine Erholung durch, da größere Ausfuhrabschlüsse zustande kamen. Einen starken Unsicherheitsfaktor auf den US-Agrarmärkten stellt die noch nicht klar erkennbare Haltung des US-Senats in der Frage der Revision der Agrargesetzgebung dar. Bei Kaffee und Kakao sind Preisrückgänge eingetreten, zu denen nicht zuletzt Gerüchte über eine erneute brasilianische Abwertung beigetragen haben.

Von den 32 notierten Welthandelsgütern wiesen 14 eine leicht steigende bzw. steigende und 15 eine leicht schwächere bzw. schwächere Tendenz auf. Die Preise von drei der notierten Waren waren konstant.

Getreide: Nach unregelmäßiger Preisentwicklung konnte sich auf den US-Getreidemärkten gegen Wochenschluß eine leichte. Erholung durchsetzen. Meldungen über Sandstürme lösten anfangs ein verstärktes Kaufinteresse in den Weizenterminen aus, während anschließende Schneefälle eine Besserung der Aussichten für die Winterweizenernte und damit verbunden eine rückläufige Preistendenz hervorriefen. In Weizen wurden schließlich infolge guter Exportabschlüsse Käufe vorgenommen und dieser nach oben gerichtete Trend bei Weizen löste auch bei den übrigen Getreidearten eine Kaufneigung aus. Der US-Senat hat mit einer Mehrheit von 13 Stimmen die 90prozentige Preisstützung für Baumwolle, Mais und Erdnüsse abgelehnt. Diese Entscheidung entspricht den Plänen Eisenhowers und des Landwirtschaftsministers, die eine Beibehaltung des 1954 eingeführten elastischen Stützungssystems gefordert haben, das vorsieht, daß die Stützungspreise je nach der Versorgungslage zwischen 70 und 90 v. H. der Parität liegen sollen. Nach dieser Entscheidung erwartet man, daß sich der Senat auch gegen eine starre Preisstützung zu 90 v. H. der Parität bei Weizen, Reis und Tabak aussprechen wird.

Die und Fette: Die Ölmärkte tendierten überwiegend fest, während die Ölsaaten zum Teil rückläufige Dotierungen aufwiesen. Spanien und Griechenland erhielten weitere Dollarzuteilungen zum Ankauf von Ölen und Fetten. Auch andere Mittelmeerländer dürften in den nächsten Tagen als Käufer auftreten. Auf dem US-Markt interlagen die Sojabohnenpreise mehrfachen Schwankungen, konnten sich jedoch gegen Wochenende erneut festigen. Bei den flüssigen Ölen dagegen traten mit Ausnahme von Erdnußöl erst am Wochenende Preisabschwädrangen auf dem US-Markt ein. Die Schmalzpreise, die bei gutem Erportinteresse anfänglich angezogen hatten, haben gegen Wochenschluß nach.

Kaffee: Auf diesem Markt setzte sich die rückläufige Preisentwicklung in verstärktem Umfange fort. Insbesondere zum Wochenschluß waren die Notierungen rückläufig, da erneut Gerüchte auftauchten, daß in Brasilien eine Abwertung bevorstünde, nachdem noch Anfang der Woche die Meinung vertreten worden war, daß die Reformpläne infolge der günstigen Absatzlage für Brasilkaffee gegenwärtig nicht mehr aktuell seien. Die scharfe Abschwächung im New Yorker Kaffeeterminmarkt führte auch zu einer Schwächeneigung am Markt für verfügbare Ware, um so mehr, als die Großröstereien nur geringe Käufe vornahmen.

Kakao: Sowohl in New York als auch in London gingen die Terminnotierungen auf neue Tiefstände zurück, Eine kurzfristige Erholung Anfang der Berichtswoche konnte sich infolge nervöser Verkäufe in New York und des geringen Durchhaltevermögens der Kaufseite nicht fortsetzen.