Leute, die langsam und betulich unsere Welt umrunden, gehören im Zeitalter der Düsenflugzeuge eigentlich ins Museum. Allerdings erzählen können sie meistens besser als die, die in sieben Tagen die Erde umfliegen. Das sieht man bei:

A. E. Johann: "Große Weltreise." C. Bertelsmann Verlag, 480 Seiten, 14,80 DM.

Vor nahezu dreißig Jahren trieben Neugier und Abenteuerlust einen jungen, deutschen Studenten hinaus in die weite Welt. Er landete mit zwanzig Dollar in der Tasche in Kanada, wurde dort Holzfäller und schrieb nebenbei für den Berliner Ullstein-Verlag Briefe und Aufsätze über seine Erlebnisse. Sie wurden gedruckt und von den Lesern verschlungen. Das war der Auftakt der journalistischen Karriere von A. E. Johann, die ihn jahrzehntelang unterwegs hielt in allen fünf Kontinenten. Jetzt hat Johann ein Konzentrat seines Welterlebens in einem dicken Buch zusammengefaßt, den sehr geglückten Versuch, jungen und alten Menschen die Landschaften und Völker der Erde, ihre Vergangenheit und Gegenwart auf Grund seiner eigenen Erfahrungen aufzuzeigen. Zahllose Kartenskizzen, Textzeichnungen, Farbtafeln und Photos ergänzen die Anschaulichkeit seiner Ausführungen.

Repräsentiert A. E. Johann den Typ des erfahrenen Weltreisenden, so lernen wir in einem zweiten Buch einen tastenden, doch kaum weniger fahrtbesessenen Neuling der jungen Generation kennen.

Dominique Lapierre: "Hochzeitsreise um die Erde." C. Bertelsmann Verlag, 296 S., 6,85 DM.

Die französische Moderedakteurin Aldette und ihr Landsmann, der Verfasser, heiraten in New York und starten anschließend in einem uralten Dodge mit dreihundert Dollar in der Tasche zum Trip um die Erde. Das Geld reicht nicht weit, aber alle möglichen Jobs helfen den beiden noch jedesmal ein Stück weiter. Ein Maharadscha lädt sie ein, eine Fluggesellschaft stiftet zwei Gratispassagen, kurzum: nach mancherlei Abenteuern endet die Reise in Paris. Dem frisch und lebendig geschriebenen Buch schrieb kein geringerer als André Maurois ein herzliches Vorwort. Heinz Hell