In ihrem Geschäftsbericht für 1955 stellt die Hypothekenbankin Hamburg, Hamburg, mit allem Nachdruck fest: Die ursächlichen Störungsquellen des Rentenmarkts sind nicht in den Restriktionsmaßnahmen der BdL, sondern in erster Linie in dem fehlerhaften Aufbau des Rentenmarktes selbst zu suchen. Die Verwaltung pflichtet den Restriktionsmaßnahmen der Notenbank uneingeschränkt bei, weil nichts mehr dazu beitragen kann, das Vertrauen des Wertpapiersparers zu gewinnen, als eine kompromißlose Sicherung der Währung. Mit dieser These stellt sich das Institut voll an die Seite anderer hamburgischer Kreise, die schon sehr frühzeitig die BdL gegenüber der zunächst massiven Kritik an ihren Restriktionsmaßnahmen in Schutz nahmen.

Im Berichtsjahr wird die Hypothekenbank in Hamburg wieder 8 v. H. Dividende zahlen. Weil die Umlaufsgrenze Im Oktober nahezu erreicht war, wurde das AK um 2,4 Mill. auf 6 Mill. DM erhöht. Die Geschäftspolitik war während aller wechselnder Perioden durch eine Vorsicht ausgezeichnet, die namentlich im letzten Quartal ihre Früchte trug, als das Institut, obwohl es die Hereinnahme neuer Darlehenanträge stark einschränken mußte, die veränderte Lage auf dem Hypothekenmarkt in ansehnlichem Umfang mit Darlehenabschlüssen zu befriedigenden Konditionen ausnutzen konnte. Im Hypotheken- (Darlehen-) Geschäft wurden während 1955 für 53,3 Mill. DM Darlehen bewilligt. Der Umlauf an Pfandbriefen und Kommunalschuldverschreibungen erhöhte sich um 45 auf 195,6 Mill. DM. Aus Rückflüssen wurde Ende 1955 ein Bestand von 5,97 Mill. DM verzeichnet, von denen 3,6 Mill. auf 4prozentige Pfandbriefe und Kommunalschuldverschreibungen entfielen. K. W.