Eine in vieler Hinsicht bemerkenswerte Bilanz legt die Bayerische Vereinsbank, München, vor. Mit der Ausweitung ihres Bilanzvolumens um 19,1 v. H. auf 1,5 Mrd. DM per 31. Dezember 1955 hat zwar die Zuwachsrate dank einer nunmehr zum Bremsen geneigten Geschäftsleitung das Vorjahresausmaß nicht wieder erreicht, doch liegt sie noch immer weit über dem Durchschnitt der übrigen Banken. Bedeutsamer jedoch noch als die Höhe der Bilanzsumme ist die Verstärkung des Eigenkapitals auf insgesamt 51 Mill. DM, das damit höher liegt als in der Vorkriegszeit. Ein Zustand also, der ziemlich vereinzelt dastehen dürfte. Kein Wunder, wenn eine weitere Kapitalerhöhung als zur Zeit nicht aktuell bezeichnet worden ist. Im vergangenen Jahr, wurde das AK um 11 auf 33 Mill. erhöht, die Rücklagen wurden um ebenfalls 11 auf 18 Mill. DM verstärkt. Am Geschäftsergebnis für 1955 nehmen die jungen Aktien noch nicht teil.

Gezahlt wird eine Dividende von 10 H. Dieser Satz steht – darüber bestehen kaum Zweifel – in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Ertragsfähigkeit des Instituts. So ist die Ertragsseite der Gewinn- und Verlustrechnung – wie bei allen Bankbilanzen – allein auf die Deckung der Aufwendungen und auf die zehnprozentige Dividende abgestellt. Gebremst wurde offensichtlich bei den Debitoren, die um 16 Mill. auf 283 Mill. DM ermäßigt ausgewiesen werden. Von den um 22,9 auf 84,8 Mill. DM gestiegenen langfristigen Ausleihungen sind 50 Mill. DM durch langfristige Darlehen refinanziert. Die Einlagen erreichten mit 713 Mill. einen neuen Höchststand, obgleich die Einlagen der Banken um fast 17 Mill. DM zurückgingen.

Der Wertpapierbestand wird mit 111 Mill. um 36 Mill. höher ausgewiesen. An der Zunahme waren fast alle Sparten beteiligt! Verkäufe festverzinslicher Papiere aus Liquiditätserwägungen brauchten also nicht vorgenommen zu werden. Die "Börsengängigen Dividendenwerte" erscheinen um 10 Mill. höher, hauptsächlich bedingt durch Zuschreibungen nach dem 3. DM-Bilanzergänzungsgesetz, das hier und in den Beteiligungen seinen Niederschlag fand. Die Beteiligungen sind von 4,8 auf 24,6 Mill. DM gestiegen; darin liegt auch die Übernahme einer Beteiligung an der Vereinsbank in Hamburg. Die Hypothekenabteilung konnte 1955 den außergewöhnlich großen Volumenzuwachs des Vorjahres fast wieder erreichen. Abgesetzt wurden 83 Mill. DM Pfandbriefe und 46 Mill. Kommunalobligationen. Der gesamte Schuldverschreibungsumlauf stieg um 37,8 v. H. auf 486 Mill. DM. Hinzu kommen reichlich 54 Mill. DM Namensschuldverschreibungen. -er