Hamburgs Hafen- und Verkehrssenator Ernst Plate unterzog sich am vergangenen Freitag einer sehr erfreulichen Aufgabe: er übergab dem "Verein der am Caffeehandel betheiligten Firmen", der an diesem Tage auf sein 70jähriges Bestehen zurückblicken konnte, den neuen Saal der Kaffeebörse. Damit wurde in Hamburg der Kaffee-Terminmarkt wieder formell eröffnet. Dank der verständnisvollen Zusammenarbeit mit der Hamburger Hafen- und Lagerhaus AG haben die 307 in dem Verein zusammengeschlossenen Firmen am Sandthorquai nun ein neues Zentrum erhalten: mit dem geschmackvoll gestalteten Börsensaal sind durch besondere Brücken drei Bürogebäude verbunden, die den Hamburger Kaffeefirmen Kontorräume in einem Umfang von über 18 000 qm zur Verfügung stellen.’

Jetzt ist dem deutschen und auch dem internationalen Kaffeehandel endlich wieder die Möglichkeit gegeben, an der Hamburger Kaffee-Terminbörse zu operieren. Übrigens: eine so günstige Zusammenfassung der Kaffeebranche gibt es an keinem Börsenplatz der Welt. Im Hinblick auf die steigenden Umschlagzahlen sollen in Kürze auch die Lagerflächen für Kaffee durch einen verstärkten Wiederaufbau der im Kriege zerstörten Speicher vergrößert werden.

Hamburg war von jeher der bedeutendste Rohkaffee-Einfuhrplatz Europas. Die Hamburger Kaffee-Terminbörse, die der "Verein der am Caffeehandel betheiligten Firmen" 1887 ins Leben gerufen hatte, kam aber in den Vorkriegsjahren zwangsläufig zum Erliegen. Seit 1948 hat sich jedoch die Einfuhr von Kaffee in das Bundesgebiet verzwölffacht. Sie betrug 1955 bereits wieder 120 1921, das sind rund zwei Mill. Sack zu je 60 kg. Allerdings konnte das Ergebnis von 1938 noch nicht wieder erreicht werden. Westdeutschlands Rohkaffee-Einfuhren erfolgen fast ausschließlich auf dem Seeweg über die Häfen von Hamburg und Bremen, wobei Hamburg mit 75 v. H. der gesamten westdeutschen Kaffeeimporte den führenden Platz einnimmt. Nicht zu unterschätzen ist auch der steigende Reexport von Kaffee: allein im vergangenen Jahr gingen von Hamburg 2976 t nach der CSR, 1438 t nach Österreich, 713 t nach Ungarn und (neben den skandinavischen Ländern) auch 253 t nach der Schweiz. ww.